13. März 2007
Hallo liebe Freunde der kleinen Nachtmusik.
Es ist mal wieder soweit und ich entschuldige mich für alle trüben Tage die ihr ohne meinen Blog aushalten musstet. Ich werde mich bemühen meine letztjährigen Leser weiterhin zu befriedigen und neue hinzu zu bekommen.
Da ich ja nun vieles ausgelassen habe, gebe ich ein paar, hoffentlich recht unterhaltsame, Kurzgeschichten zum Besten. Genießt doch ein Bier mit mir, denn zZ tue ich genau dieses im CourtYard. Meine Idee um mich wöchentlich dazu zu zwingen, Euch an meinem Leben teilhaben zu lassen. Los gehts....in einer nicht immer zeitlich korrekten Reihenfolge.
Letztes Wochenende
Mein guter Kumpel Ric und ich entscheiden uns mal wieder ein Fussi Match zu besuchen. 3 Liga. Bradford gegen Huddersfield. Erwarteter Wahnsinn. Anstoß ist mal wieder um 1200, damit nicht alle Hooligans bei diesem Derby die Zeit haben 7h vorher anzufangen zu saufen. Wir verabreden uns also zu einem kleinen "Frühstück" um 1030 in einem angesagten In-Lokal. Ric rückt direkt nach Ankunft die Tickets raus und ich bin ein wenig verdutzt. Auf den Tickets ist das Huddersfield Stadion zu sehen, der Sponsor und es steht "Away Ticket" drauf. Ric dazu:"keine Sorge, wir sind nur in einem anderen Block...das Spiel ist zu Hause." (das Ganze in English natürlich). Ich bestehe darauf das Ganze doch mal lieber zu überprüfen, und, was soll ich sagen, das wars mit meinem Frühstück (mein Bier hat Ric getrunken). Das Spiel ist natürlich in Huddersfield und ich muss mein Auto holen. Ab gehts. Riesig Stau, wir treffen gerade so eben zum Kickoff ein. Meine Wenigkeit natürlich in einem Trikot von Bradford, clever bei einem Auswärtsspiel..erst recht wenn man mit einem deutschen Auto anreist.
Das Spiel ist soweit nicht der Rede wert...absoluter Müll und Bradford verliert natürlich. Gude Laune Alder! Ab ins Auto und wir stehen erstmal 20 min aufem parkplatz und kommen nicht runter, ich komm mir vor wie im Zoo:
"ja, ich sitze in einem quietschgelben Auto"
"ja, es ist aus Deutschland"
"ja, mein Steuer ist auf der falschen Seite"
"ja, wir sind Bradford Fans"
"ja...................hieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelllllllfffffeeeeeeeeeeeee!"
(ich muss nicht erwähnen das Ric auf dem Weg zum Auto beinahe abgeschlachtet worden wäre, da sein Trikot aus seinem Pullover lugte...ja, die Stimmung war super. Nebenbei, während des Spiels wurde ein halber Block der Bradford Fans von der Polizei abgeführt, ich denke auch deshalb war die Stimmung auf beiden Seiten der Fanlager recht aufgebraust)
Zurück gings dann schnell in den Pub um Rugby und Fussball zu schauen, dazu ein-zwei Pints.
Eigentlich ein wunderbarer Tag!
City till I die
I'm City till I Die
I Know I Am, Sure I am
I'm City Till I Die

Wie die gewitzten Menschen unter Euch bereits in den letzten Sätzen entdecken konnten (das wiederum dürften ja nur wenige sein) habe ich auf den Luxus einer schnellen Flugreise verzichtet, um mich auf den gewagten Trip in den Linksverkehr einzulassen. Kurze Überlegungen den Eurotunnel und somit den weiten Weg zu wählen, wurden recht schnell...auch auf Grund der zugesagten Unterstützung meiner Erziehungsberechtigten, verworfen. Unsere Reise führte also erst einmal nach Rotterdam. Nach gefühlten 23 min an den Ausläufern des überschaubaren Hafens in dieser wundervollen niederländischen Stadt angekommen, mussten wir noch weitere 23 min unsere Fähre suchen. Selbst für altperuanische Töpfereien und getrocknetes Ochsenblut aus Somalia (in Kanistern oder wahlweise Kartons) gibt es wohl für jedes weitere Produkt auf dieser Welt ein eigenes Dock in Rotterdam, überschaubar ist sicherlich anders. Schlau wie ich bin gings eigentlich nur einem PKW aus Andernach hinterher, die Chancen waren gut, dass der Besitzer eher auf die Fähre nach Hull wollte, anstatt sein altperuanisches Töpfereigeschäft in der Nähe von Bonn neu zu bestücken. Kurz vor der Einfahrt zur Fähre hat er es sich allerdings wohl anders überlegt, blieb jedenfalls vor der Einfahrt stehen und ward nie mehr gesehen, vielleicht hatte er kurz vorher den angekündigten Orkan wahrgenommen und entschied sich gegen eine endlose Kotzerei seiner Blagen auf hoher See.
Ankunft....warten. Na toll. entgegen der Internetauschreibung waren wir dann wohl doch zu früh dran. Nach 30 Minuten gings dann los. Von freundlich wirkenden Mitarbeitern der P&O Ferries wurde uns der Weg auf unseren Abstellplatz gezeigt. Gerade noch mühsam den Ho Chi Minh Pfad mit Hacke und Händen ausgebuddelt, schon Wegeinweiser bei einer großen europäischen Schifffahrtsgesellschaft (man beachte die drei f). Unser Auto steht, schnell Rechner und das SixPack Veltins eingepackt und ab in die Kabine, leider vergaßen wir in unserer Bierlaune unseren de gehintechnische Aufzeichnung der Stellplatznummer. Dazu später.
Kabine...ganz ok...aber keinen Strom, also kein Multimedia-Entertainment (die Steckdose haben wir dann kurz vor der Abreise entdeckt.) Also dann ab ans Bier und anschliessend in die Schiffsbar, schliesslich waren noch 3 Stunden bis zur Abfahrt zu überbrücken. Nachdem unser erstes Bier für 4,50 €/Glas den Tisch erreichte, fragten wir den Kellner (übrigens einer der vietnam-einweiser (die scheinen wohl mehrere Jobs auf einmal zu haben) nach dem Tagesangebot. Obwohl er uns eigentlich nicht kennen konnte riet er uns von dem Getränk ab, nicht genug Alkohol drin, AHA.
Nach mehreren Flüssigschnittchen stand nun dann doch noch eine Entdeckungsreise durch das mittlerweile fahrende/schwankende Schiffchen an. Unser Weg fürhte uns schnurstracks in die Duty Free Zone und dort zu einem nicht widerstehbaren Angebot. 2 Paletten Fosters für einen unschlagbaren Preis (nun muss ich wenigstens hier keine ueberteuerte Ware erstehen) waren unser...dachten wir. Uns wurde freundlich mitgeteilt, dass wir das leckere Naß erst am nächsten Tag (ab nullsechshundert) abholen könnten, ist wohl vorsichtshalber so geregelt, damit unseren englischen Freunde sich nicht während der Fahrt ein weiteres mal vollkommen wegballern und dann lemmingmässig über die Reling fallen. Argh, noch früher aufstehen!
Nun überspringe ich ein paar Stunden, Britta liegt friedlich im Bett (Koje sagt man wohl hier) und ratzt, ich bin topfit und überrede mich selber zu einem Gutenachttrunk im Viatnamese-Inn. Als einziger Gast beschäftige ich mich mit meinem Freund Rubic (Zeit:0,52 min). Ein englischen Pärchen trudelt ein, hält mich nach kurzem Plausch für einen Iren (jup. sie waren ziemlich voll) und laden mich an ihren Tisch ein. (Sie kamen von einem 1 Tages Trip aus Amsterdam. Die Friseuse und der Pubbedienstete betonen andauernd nur ein wenig Gras zu sich genommen zu haben, ich denke nicht Tim.) Es folgen Gespäche über Studium, seine Bar, ihre Friseusen Karriere und natürlich die Fußball WM. Sehr witzig. Zum Abschied gönne ich mir noch ein Pint, er einen doppelten Southern Comfort ..um besser zu schlafen.
Der Orkan schaukelt mich sanft wie der Fuß meiner Eltern an der damaligen Kindeswiege in einen gesunden Schlaf...für kurze Zeit, der Wecker klingelt, Bier holen. Selbst die Engländer schauen mich bewundernd an, so dahertrabend durchs Schiff mit zwei Paletten Leckereien.
Ab zum Auto...doch wo steht das Ding? Wie ich berets andeutete, haben wir uns bei Reiseantritt nicht ueber unseren Standplatz versichert. Allerdings sind wir ja recht begabt und haben das TöffTöff schnellstens ausgemacht, im Gegensatz zu so manchen Insulanern, die noch sicherlich einige Tage im Stauraum verbracht haben.
Achja, ch muß ja noch von meinen Ferien berichten...es war toll.
Wir kommen also im gelobten Land an und werden wieder einmal nicht enttäuscht. Es windet, es regnet und nach 2 Kilometer der erste brennende LKW mitten auf einer 2spurigen Autobahn. Hallo England.
Liverpool (einige Zeit später)
Ich mach immer den Witz (zu mir selbst) auf dem Weg zum Auto...."ma sehen obs noch da is!"
Ach wie wundervoll ist es wenn ein Auto im Stadtzentrum abeschleppt wird und dann einfachheitshalber (geschätzte) 732 Kilometer weit (und über den Fluß) zu Bewahrungsstelle gebracht wird, schön, schön. U-Bahn, Taxi, keiner da. Was für ein Wunder. Pausenzeit von 12.00-13.00. Unsere Ankunft ca. 13.20! Aber heute morgen war ja soviel los, das sie die Pause verschieben mussten. Ist klar. Wir dackeln zum Getränke-Caravan am Anfang des Industriegebietes. Es gibt Coke + heisses Wasser (mit eintauchen eines Teebeutels für 2,7 sec). Lecker. Wieder zurück fangen netterweise Bauarbeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite an... und auch hier wird man von den Engländern nicht enttäuscht, ein Schauspiel der Extraklasse. Es Rücken 6 Mann an um ein Tor zu einem Feld auf zu machen, anschliessend ein Riesenkran der auf das vermatschte Gelände fährt und erstmal fulminant stecken bleibt. Hätte der Kran da noch eine Streicholzschachtel mit einem beinhaltenden Flohzirkus hochgehoben wäre er sicherlich bis zum Mittelpunkt der Erde versackt. Sehr clever. Also versuchen die Jungs das Ding 5 min aus dem Schlamm zu manövrieren, das gelingt erstaunlicherweise. Nun fällt einem ein, dass man den Container (Container!!!nicht Streichholzschachtel) ja auch von der Strasse eben über den Zaun heben kann, jaja, jeder Baustellenleiter in Deutschland hätte mittlerweile seinen knatschgelben Helm gefuttert. Der Container kam übrigens auf einem Lorry angedackelt der dazu gedacht ist kleine Kräne zu transportieren, man kennt die Dinger ja, mit einer Auffahtr und einer Vertiefung in der Mitte, das wiederum heisst das der Riesen-Container die Gnaze Zeit schief auf dem Ding steht. hier hätte wohl jeder Polizist seine Dienstmütze vertilgt und den Unternehmer in den Knast gesteckt.Klappt aber alles. Container steht. Wie die Leute allerdings die Baumaschinen hinter dem Container jemals wieder bewegen wollen ist mir ein Rätsel. Sie sind nun eingeschlossen von einem dicken Zaun, 2 Erdhügeln und dem bereits erwähnten Container (den man ja quer aufs Gelände stellen musste). Glücklicherweise ist ein Bagger unter den Maschinen, sie können sich also freibuddeln, das ist sicher der Tagesplanungspunkt für den nächsten Tag, schade, werde ich wohl nicht mehr erleben). Dankeswerter Weise ist aber unsere Wartezeit durch diese Geschichte wie im Flug veronnen und wir können zur Reception. ZWei Schilder fallen auf.
1. man darf nicht schimpfen oder handgreiflich werden...sonst kommen die Bullen. Nachvollziehbar. wenn ich Autos von Fußballfans abschleppe und erstma 20 km über den Fluß in einen anderen Stadtteil bringe, ist sicher der ein oder andere zahnlose Hooligan sicherlich nicht in der besten Stimmmung und versucht einem nonchalant die Fresse (zu Recht) zu polieren.
2.Auf einem Kreditkartenschild. ........................Auch nachvollziehbar...schneckentempo ist angesagt. Schnarch.
Ich bekomme mein Auto wieder, Radio weg, alles voller Scherben...und jetzt kommt der Hammer, die Spassten haben ne Doppelpackung Toffee Fees mitgehen lassen, ich glaub es hackt. Auf der Fahrerscheibe noch ne schöne Schrift der Bullen "Crime ...irgendwas". Prima
Etwas später (Dienstags)
Volkswagen hat angerufen und sich entschuldigt, "das Auto wird erst morgen fertig". Naja, wenigstens sind sie sehr höflich. Ansonsten passiert nichts erwähnenswertes. Scrubs. Essen. Scrubs.
Mittwoch
Achja, England ist doch immer wieder schön. Volkswagen hat angerufen und das Auto ist um 1600 Uhr fertig. Also ab zur Bushaltestelle. Im servicecenter erklärt man uns freundlich den 47er oder 48er Bus zu nehmen, Wir steigen in den 47er ein und der Busfahrer+ Fahrgast erklären uns verdutzt das sie überhaupt nicht dort halten wo wir gerne hinmöchten, vielen Dank, 30 min warten.Jetzt ist es 17.15 und ich sitze hier immer noch bei Volkswagen, das selbst ein deutsches Unternehmen, in Punkto Pünktlichkeit, (Worstspiel?) von den Engländern heruntergewirtschaftet werden kann ist mir ein absolutes Rätsel, aber Unzuverlässigkeit ist hier ein absolutes Muss! Good safe the Queen und ihre Untertanen. immer spannend hier.
BTW: Die Ganze Sause hat mich 245 Pfund gekostet! Ohne Bierkosten...auf den Schreck musste ich einen tinken.
Und da fallen mir schon die nächsten Geschichten ein. Einige Wochen später soll in meiner Straße gebaut werden, ok, ist ja kein Problem. Ich versichere mich also Tags zuvor ob mein Auto korrekt geparkt ist. Am nächsten Morgen dann der Anruf von unseren Freunden aus München..."setz mal lieber dein Auto weg". Ahjaaa- ich renn also um mein leben und sehe das die englischen Jungs gerade um mein Auto herum den Asphalt wegshreddern...natürlich nicht ohne alles auf mein Auto zu streuen. (Bild unten). Vielen Dank dafür.
Ein paar Tage Später...und da sind wir wieder nach dem Fußball Spiel...parke ich mein Auto auf die gute deutsche Weise und bin doch recht verdutzt das mich ein Tag später einige Leute darauf ansprechen wie scheisse meine Butze in der Gegend rumsteht. Wie jeder weiß fahre ich ja nicht mehr angetüddelt und bin somit noch mehr verwirrt, meine Erinnerung ist klar. Ich schaue also nach und mein Auto steht halb auf dem Bürgersteig....und das noch 30 m entfernt von da wo ich geparkt habe!!!
HAllo?
Es bleiben nur 2 Möglichkeiten, entweder haben die lieben Bauarbeiter das Ding versetzt um irgendetwas zu machen...oder aber ein komplettes RugbyTeam hat sich am universitätseigenen Sport und Spieltag gedacht es wäre doch lustich mal das deutsche Auto zu versetzen...ich werde aus den Leuten hier einfach nicht schlau. Lustig ist anders.
Mein Akku verabschiedet sich gleich und meine Lust auch...also bis dahinne mal ihr Leuts.
Der Ausländer
(alles etwas unvollständig, Fragen bitte an mich oder Euren bevorzugten Pharmakonzern)