Aus dem Archiv

Bradford

Auslandssemester in England, September 2006 bis März 2007. Damals als Blog unter dem Titel „Kevelaer – Gruß aus Bradford!“ – die Texte hier wieder ausgegraben und behutsam bearbeitet.

21. September 2006

Hallo ihr Zwetschgenpflücker!

Nun endlich angekommen!
Nachdem mich eine Heerschar meiner Fans am Düsseldorfer Flughafen verabschiedet hat (die Zahl fängt mit "n" an und hört mit "l" auf) bin ich nun äusserst erfrischt in Bradford angekommen. Beinahe hätte ich dies allerdings mit einer nassen Hose hinbekommen. Der Flug ging sehr schnell vorbei, zu schnell. Grad will man aufstehen und gemütlich zum Klo wandern, setzt der komische 20-jährige Pilot zu Landung an. "Bitte anschnallen" ...na gut, man hat ja keine Sextanerblase wie zB der Kille oder andere Konsorten, also auf den Flughafen-Pisspott warten. Schnell wieder hingesetzt, gehts auch schon runter. Leider ist die Landebahn in Leeds nur 38,4 m lang oder der Pilot wollte mal die Bremsen testen, ich weiß es nicht. Jedenfalls betrug der Druck des Gurtes auf meine Blase ein vielfaches der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, es wäre "beinahe in die Hose gegangen".
Nun gut, man will nicht meckern, so habe ich jedenfalls den früheren Bus erwischt und war zu einer sehr angenehmen Zeit zuhause.
...und siehe da, mein Zimmer ist frei (manche haben ja den Hickhack mitbekommen". Also Bett bezogen und GUTE NACHT.

1. Tag
Kleiner Rundgang (und ein Pint Lager in der unieigenen Kneipe, ja, auch hier kann man ohne großes Aufsehen um 11.00 morgens ein Kühles schlabbern, also keine Umstellung zu Köln, so leicht lebt man sich ein) und ein wenig einkaufen. Vornehmlich wichtige Sachen die zum Überleben notwendig sind. Also ein 18er Stapel Blechbrötchen. Wieder-Willkommen im Studentenleben ...pfui... ich denke ich bleibe bei meiner snobistischen Haltung und werde demnächst wieder auf Flaschenbier umsatteln.
Abends diese natürlich vertilgt. Ende

2.Tag (Einschreibung)
Zur Uni hindackeln, Hasenradar anschalten, nur ein Ping. Kein Ausschlag. Also von Hüh nach Hott um dann zu erfahren das die Uni doch ein wenig mehr Kohle sehen will als gedacht. Hauseigenes Finanzinstitut anrufen um alles zu regeln und wieder zurück. Blabla...Organisatorisches. Da steht plötzlich ein schwarzer Mann neben mir, schön im Jackett, schön gestylt, schön scheisse englisch. AUAHA, kommt hier hin zum Studium und kann weniger Inselsprache als Kinder in der Vorschulzeit, Respekt, das nenn ich mal mutig.
Nun gut. "Student Development Talk", aha, keine Ahnung was das ist, aber als wir dann aufgefordert wurden uns umzusetzen und 5 Sachen von deinem Nachbar heraus zu bekommen (Marc,18,Manchester, ManU Fan und ne Wurst mit viel Ketchup) habe ich ganz meiner Natur natürlich sofort abgeschaltet. Kindergarten.
Wieder raus um ein paar „indigene“ Kommilitonen mit meinem Würfel zu beeindrucken (weißhäutige Mangelware), klappt auch ganz gut, nur die Weiber scheinen ein wenig widerspenstig zu sein. Muß also meine skills noch improven.
Wieder zurück (achja. keine Wolke am Firmament Kollegen) und hier ein wenig tippern. Bald mehr. Ich vermiß euch total (hüstel).

Tschuessing aus Good-Old-England

23. September 2006

Danke Macromedia! Danke...

Freitag:
Wie schon erzählt war ich doch ein wenig überrascht bei der Bekanntgabe durch Mrs Doubtfire über die diesjährigen Studiengebühren, der Unterschied zwischen 1500 k zu 600 k (na, wer schnallts?) waren doch eher stimmungsdrückend. Aber das Leben ist ja bekanntlich hart und sowas muß man natürlich als Golden Garten Karte Besitzer (schon wieder ein Rätsel?!) knallthart wegstecken. Innerlich rumort es, äußerlich, wie ihr mich kennt, immer ganz ruhig.
Am nächsten Tag habe ich in der Einführung dann ein "paar" deutsche Teilnehmer meines Departments getroffen (Macromedia Stuttgart/München...aber keiner in meinem Kurs, nur Designer). Um genau zu sein war es doch recht eintönig, ein Engländer war da, jedoch aus dem 2ten Jahr und wurde schnurstracks des Feldes verwiesen...also, man spricht Deutsch. 10 Leute, 10 Krautfresser. Überraschung!
Wahrscheinlich kommen die Herren Pakistanis/Inder (ich werfe die jetzt mal in einen Topf) sowie die schwarzafrikanische Vertretung erst direkt zur ersten Vorlesung. Clever ist wer clever handelt. Ich bin gespannt. Kurze Rede...die Leute müssen nur 1200 Pfund zahlen (aha, Rätsel gelöst), das hat Macromedia-München so mit der Uni Bradford ausgehandelt. Meine Stimmung "steigt", mein Äußeres bleibt ruhig. Fast.
(Danke Hürth/Then/Churlahlila...oder so).
Ich renne also zu Mrs Doubtfires Kollegin, muß erstmal wieder den Würfel erklären (ja, toll, nein, ganz neu, ja, die Kleber gehen ab, ja, keine gute Qualität, kann man aber wieder "fix"en, wie man hier so sagt) und haue mal ein wenig auf den Putz, siehe da, geht doch...ich darf nun auch diesen vergleichbar kleinen Kleckerbetrag (den ich, hier ein Danke an Europa, ja eh wiederbekomme) blechen.
Nächste Station: Financial Service Support Irgendwas Dingens. Dort einen Schein für die hiesige Bankvertretung abholen (ohja, das tat ich bereits einen Tag zuvor, jedoch meinten die Damen und Herren diesen falsch ausfüllen zu müssen. Auch hier ein Danke ...Namen unbekannt). Öffnugszeiten 0900am - 0400pm. Arrival um 15.40 Uhr, alle Schotten dicht, der Kapitän war auch schon von Board. In Gesellschaft der letzten Mäuse dann notgedrunger Weise zum Gesundheitscheck. Öffnugszeiten 0900am - 0500pm. Ankunftszeit 16.05 Uhr (geschätzt).
Kleiner Exkurs. Wenn euch einer sagt, daß das Wetter hier in Bradford leicht mal umschlagen kann, glaubt ihm und rennt nicht mit einem T-Shirt rum! Wieder zurück zum Thema.
"Schönen Guten Tag"...aller Hand Höflichkeitsfloskeln..."wo sind die Herren in den weißen Kitteln?"..."Achja, schon seit 14.00Uhr nicht mehr da"...hier folgt nun ein Satz, der sich mit einer üblichen Tastatur wohl nicht darstellen läßt, kleiner Tipp, es kommen Totenschädel darin vor.
(Danke Ärzte, Danke Queen, Danke Gott.)
Ab nach Hause, aus den Klamotten. Essen machen. Ich lebe hier übrigens äußerst gesund.
Es gibt im Kühlschrank:
- Grapefruits (Danke dem Pflücker in Kalifornien)
- Apfelsinen (Danke an U R Gay, wenn ich mich recht entsinne)
- Milch (Danke Kuh und Danke Ballerina, die mich draufgebracht hat...
auch wenns Vollmilch ist, schmeckt aber ein wenig nach Rüben)
- ok....ein wenig Cola (Danke John Stith Pemberton)
- allerhand gutes Zeug (Danke Weltwirtschaft)
...und man höre und staune, kein Bier(!!!), ich hoffe dieser Notstand wird sich aber demnächst geben.

Der Abend wurde dann teilweise vor der Glotze verbracht, es kam überhaupt nichts...außerdem war jemand sehr gesprächig.

Samstag:
Nochmal Erkundungstour/Einkaufen. Auf dem Weg Burger King und Mäkkes gesehen (Danke, hoffentlich gibts Rabatt wie an unserem Lieblingsrestaurant. Diejenigen die Bescheid wissen müssen, wissen Bescheid) und dann...trara... Lidl. Also zuhause erstmal den Lidl-Newsletter bestellt, man möchte ja nicht die tollen Angebote bei der Skiunterwäsche verpassen. Ganz nebenbei das gleiche für Aldi (vielleicht gibts da ja demnächst mal billig Gabeln oder nen Topf, Gruß nach Taiwan).
Ab in die tiefe Welt der Software. Schließlich möchte man ja noch mit irgendeinem Tool irgendeines Senders aus China die Bundesliga live auf Schiwapsisch hören und sehen. Nach einer Stunde dann der Zusammenbruch. Keine Chance...aber diese Schriftzeichen schon bei der Installation sind ein kleines Wagnis. Wahrscheinlich bin ich jetzt schon stolzer Besitzer von 2 Waschmaschinen (wohl auch mit chinesichem Kritzel-Kratzel), 13 Rikschas und einem Stäbchen (ja, ich weiß, zum Essen braucht man zwei, das ist der Witz des Ganzen)...danke also auch an die kommunistische Partei Chinas, da muß man doch mal dran arbeiten. Also nur Radio hören und auf den Livestream von 3Sat (Sportstudio, ach I FREU MI so auf Steinbrechers Schleimpropf aufem Kopf) in der Nacht hoffen (Danke ARD/ZDF für keinen Livestream, bzw. für den nicht funktionierenden beim Frauen-Qualifikationsmatch gegen Schottland. 5:0. Danke Silvia Neid.)
Und nun sitze ich hier und schreibe ...und was soll ich sagen?
"Das wars."

Danke Euch!

Tschuessing aus Good-Old-England

P.S.: Danke an meinen Bildschirm, mein Desktop erfreut mich immer, du weißt Bescheid!

28. September 2006

Ach du Scheiße und Safety First!

Sonntag:
Die 2te Liga ruft! (Ja, mein Verein ist halt schlecht). Also ab zum Bier-Paradies, 20er Pack Stella Artois (Belgisches Bier, ...scheinen hier kein eigenes brauen zu wollen, was aber vielleicht auch besser ist). Der Kassierer (aus einer der vorrangig vertretenen Nationen) ist zu dusselig um 10-9,99 zu rechnen, also ein Pfund zurück. Vielen Dank, so kanns weitergehen). Zuhause dann das Radio angeworfen um zusammen mit Herrn Schöneborn (Taiwan!) die spannenden Kämpfe der Rumpelliga zu verfolgen. Das Internet ist schon toll. Angesichts der späten Uhrzeit in Schiwapschich-Land hatte der gute Herr aber schon Vorspung in Sachen Bierlaune, ich tat mein bestes um diese Diskrepanz schnellstmöglich aus zu gleichen. Jedenfalls war am nächsten Tag kein Bier mehr da. (Die Flaschen hier haben übrigens 284ml, England halt). Abends Fernshen, nix dolles. Superstars in grün mit Sharon Osbourne.

Montag:
Ausschlafen, erste Vorlesung. Irgendwas mit vielen P´s. Production Project - Pre-Production - Irgendwas oder Ähnliches. An sich nette Leute, auch wenn man Manchester Jungs nur schwer versteht. Also immer Ja und Amen zu allem Sagen und freundlich-debil aus der Wäsche schauen. Zwei Stunden später dann: "...und das sind eure Hausaufgaben". Ich wache auf! Verstört und kenntnislos verlasse ich den Raum um postwendend meinem Tutor eine mail zu schreiben, weil ich nicht annähernd wußte was der gute Herr (David R.) so genaues von mir will. Stimmung eher gedrückt. Hausaufgaben an der Uni? Ich glaub mich knutscht ein Erdmännchen. Beziehungsweise, nachdem die Antwort kam über die Ausmaße der Aufgabe, eine ganze Familie von Erdmännchen. Geht ja gut los. Achja... und bis Donnerstag dann die Idee abliefern für einen "kleinen" Film. Nur 30 Minuten. Gut das alle anderen schon vorher Bescheid wussten und sich in aller Gemütsruhe über die Sommerferien Gedanken machen konnten. Gut informiert über unsere -teilweise gemeinsamen- Freunde von Macromedia-Köln (Ja, die Münchner wußten natürlich wieder alles im Vorhinein) stand ich da wie Ochs vorm Berg (recht großes Massiv möchte ich behaupten). Rückschläge muß man verdauen. Kein Problem. Ich muß nicht erwähnen das ich immer noch keinen Bank-Account habe, das Finance Center hatte wieder einmal zu, dafür kann ich mich jetzt aber überall und nirgends mit 13 Passwörtern einloggen und tolle Sachen machen (OK, das war mein Fehler...aber wer geht schon davon aus das man ein erstes Passwort mit genau 8 Buchstaben braucht und sonst nichts geht).
Abends dann gemütlich Shaft auf englisch geschaut, kann es sein, daß das der Film ist in welchem am häufigsten F*** gesagt wird? Schlafen.

Dienstag:
Der Tag beginnt ganz ruhig, 14.00 ist erst die Vorlesung "Digital Videography". Tutor ganz ok, auch wenn (wie alle) er erstmal wieder 20 min damit verplempert wie wichtig es in diesm Jahr keine Zeit zu verplempern und sich direkt auf sein Projekt zu stürzen, ich habe (wie immer) natürlich noch keine Ahnung was ich machen soll. Mit releativ uninteressanten Informationen vergeht die Zeit eher langsam... aber man wartet ja auch auf den Hammer des Tages:

"Health & Safety Lecture"....und wir werden nicht enttäuscht.

Ein Riesensaal voller Leute (Anwesenheitspflicht) und ein schlaksiger Mann vor 300 uninteressierten Leuten die es nicht erwarten können den Ja-ich-war-da-Zettel zu unterschreiben und möglichst unerkannt aus der Hintertür zu entschwinden (allerdings wacht dort ein Mitglied des Teams um Ausreißer schon beim kleinsten Fluchtversuch niederzustechen)...und dann gehts auch schon los:
- bitte immer gerade sitzen bei arbeiten am Computer (ok)
- bitte keine Feuermelder aus Spaß benutzen (ok) und keine Spielchen mit Feuerlöschern (ok, Gruß an WoyTec)
- bitte gesund ernähren und nicht krank werden (wenn sie ein Alkohol-Problem haben können sie gerne im Anschluß zu mir kommen, ok)
- bitte nicht auf hohe Leitern steigen (langsam wirds verrückt)
- bitte Folgen sie im Notfall den grünen Leuchtschildern (ok, ich dachte immer der Nase lang)
usw...blablabla...etc
dann der knüller. Für die dauerknüllen Studenten gibts auf Anfrage Vorrichtungen die man an sein Kopfkissen basteln kann, um bei Feueralarm möglichst rasch aus seinem Delirium geweckt zu werden (die spinnen die Engländer). Bei nahezu allen Verstößen kann man natürlich direkt von der Uni geschmissen werden.

Die 45 min sind dann auch irgendwann vorbei. Ab der 2 min hat sicherlich keiner mehr zugehört und der Zettel ist erst in Reihe 3, weil sich unsere studentischen Mitaspiranten erstmal seelenruhig schön alle Namen anschauen, herzlichen Dank. Es folgt was kommen muß, die verbliebenen 275 Studenten stürzen sich waghalsig über sämtliche Bänke Richtung Zettel. Das hat von den weisen Herren der Safety-Mannschaft wohl keiner bedacht. Clever wie ich bin war ich einer der Ersten und kann somit dem großen Tumult entrinnen. Verletzungen werden im nachhinein nicht bekannt. Safety First!

Ab nach Hause, WTC anschauen und dabei beinahe einschlafen, absolut Langweilig. Gegen 2300 mal wieder der KnockOut. Ich könnte hier die ganze Zeit nur pennen, muß an der guten englischen Luft liegen.
Und Tschuessikowski...

28. September 2006

Ein guter Tag und Ach du Scheisse II

Mittwoch:
Es wird alles gut (im Nachhinein). Ich wackel zum 4ten Mal zum Enrollment, habe ja immer noch einen vorläufigen Studentenausweis mit dem ich grad mal überall reinkomme. Bücher ausleihen für meine Hausaufgaben...Fehlanzeige, alles kein Ding, muß ja erst in 4 Stunden abgegeben werden. Zurück zu Mrs Doubtfire und ihren Kolleginnen. Kann ich einen Teil der Studiengebühren (habe immer noch kein Bankkonto) Cash zahlen? - Nein, aber sie können gerne alles auf einmal bezahlen, gut, wäre ja auch toll wenn ich mit meiner AMEX nicht nur 750 Pfund in einer Woche abheben könnte (Freitag muß alles da sein). - Ihr Problem. Danke.
Telefonieren ist angesagt... und was soll ich sagen...Tadaaa..ich bin eingeschriebener Student der University of Bradford. Dank meiner großen Cousine (glücklicher Besitzer einer MasterCard, genau, AMEX nimmt die Uni nicht) und ihrem unbändigen Willen mein Studium zu finanzieren konnte ich dann endlich mal die Kohle überweisen. Großer Knicks vor Alex.
Foto machen, zack, Studenten-Karte abholen und zur Bücherei. Noch 3 Stunden bis zur Abgabe.
Bücherei: Man braucht natürlich nicht nur seine ID-Card zur Bücherausleihe, nein, sondern auch eine PIN-Nummer, sollte ja kein Problem sein. Also Schlange stehen...die Zeit tickt. Schönen guten Tag, ich brauche eine PIN - Ja, kein Ding, 24 Stunden nach Erhalt der Studi Karte bekommen sie die zugeschickt. Danke (once again) für nix. Noch 2 Stunden und 21 Minuten. Also Buch raussuchen und in der UniBib lesen denkt ihr euch jetzt sicherlich...Jaaa...2. Stock, erster Gang, Regal G! Schade nur das die Regale bis F gehen. Die Zeit rinnt.
Was soll ich sagen, alles wurde gut. Buch gefunden, Hausaufgaben abgegeben (die Hälfte aller Leute haben das bis jetzt nicht - Stand Do. 2000, ahja) und ich denke sogar halbwegs vernünftig. Eingeschriebener Stundent und grad zuhause angekommen klingelt verschwitzt der Fahrer vom englischen DPD-Pendant an die Türe und eröffnet mir miesmutig er hätte zwei Pakete für mich. "Um ehrlich zu sein sind die etwas größer". Er öffnet den Wagen (komplett leer, hat sich den Spaß wohl für zuletzt aufgehoben) und ich brech erstmal lachend zusammen. Etwas größer und etwas schwerer. Hier ein Danke an meine Eltern und an Kempkes-Gas-Wasser-Scheisse für die Kartons...mitllerweile lässts sichs hier leben (erst recht mit 12 Quartetts, allerhand Fußballzeugs -PaniniHeft etc.- und dem ganzen anderen Killefitz)
Der Rest des Tages besteht aus Auspacken ("aus Auspacken"...hmmm...der Schriftsteller Nobelpreis dürfte meiner sein). Gute Nacht

Donnerstag:
1000 Uni. Bissken früh. Vorlesung bei Ali R. Ach du Sch... zwei Leute nicht da und der rastet erstmal zwanzig Minuten (kein Witz) aus...welch Unverschämtheit...verpasste Chance...etc. Der gute Mann soll mal bei Macromedia ein wenig andere Luft schnuppern, hier auch ein Gruß an den alles übertreffenden PR-Kurs und ihre Nachfolger. Dann ein wenig Selbstbeweihräucherung wie gut er ist und er einer der bestverdienensten Blablabla ist und ja keine Zeit verschwenden (so wie er). Der Rest ist allseits aus den Macromedia Kursen bekannt, ja, wir haben da doch was gelernt, Respekt. Hier ein Gruß an die guten Dozenten (das schließt dann wohl den Kasper mit dem 3 Meter hohen Diddl im Wohnzimmer aus).
1400 zweite Vorlesung...keine besonderen Vorkomnisse außer weitere unsägliche Hausaufgaben, das scheinen die hier ernsthaft durchziehen zu wollen. Ich denke, ich muß da mal ein Machtwort sprechen. Nun sitze ich hier und schreibe und bin auch schon am Ende.

Über Kommentare würde ich mich angesichts meiner wunden Finger sehr freuen, ansonsten wird das hier doch ne eintönige Angelegenheit.

uni

Gruß aus Bradford.
Der Opa (auch hier)

29. September 2006

Wochenende im Zeichen der Gesundheit!

Freitag (29.09.2006)
Wochenende! (Ich zähl den Freitag mal dazu, schließlich haben wir frei, falls die Hei-o-Peis aus meinem Kurs nicht weiter darauf bestehen Freitags Kamera-Tests zu machen. Manchmal frag ich mich was die hier die letzten 2 Jahre so gemacht haben. In die Vorlesungen bräuchte ich schonmal nicht... gäbe es nicht diese unsäglichen Hallo-ich-bin-da-Zettel. Alles schon gehört was die Knaben hier babbeln. Was solls, Auffrischung kann ja nicht schaden).
Dann komme ich mal zum Tagesgeschehen. Da meine Kumpels vom Healthcenter ja am Montag ihre Arbeitszeiten (nett gesagt) recht flexibel gestaltet haben, bin ich nun mal wieder zu Fuß unterwegs durchs schöne Bradford (hat jemand Lust meinen Polo hier rüber zu kutschen, i would really appreciate that!) und es regnet dann wirklich doch mal. Englisches Wetter = Regen, bisher eigentlich Fehlanzeige. Aber ich habe natürlich einen Regenschirm mit, alles easy also. Dann die Registrierung, ein wenig warten und dann noch einige Messungen (zB: Größe 1,74m, danke Dr.Martens, dadurch aber auch ein wenig schwerer als üblich). Jetzt stellt sich noch die Frage warum das Ganze. Als Mädel kann man hier dann unter anderem umsonst die Pille bekommen, gut, hilft mir jetzt nicht wirklich weiter und nach Frei-Kondomen hab ich natürlich vergessen zu fragen, aber wenn ich hier an die Mädchen denke...uiui...da werd ich wohl eh keine brauchen. Aber dazu sicher später noch etwas. Ich verlasse das Health Center und fühle mich gesund (so wie ich mich kenne......HAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA. Moment! Wo ich das hier schreibe fällt mir ein das ich doch eine kleine Tüte geschenkt bekommen habe,

[Eltern lesen hier nicht weiter sondern gehen direkt über LOS und zum Sonntag ohne 4000? ein zu stecken]

also schnell mal reingeschaut und was soll ich euch sagen, Meningitis Broschüre, allgemeine Gesundheitstipps und ne Richtlinie wie ich meine Testikel (ich wähle hier mal die vernünftige Ausdrucksweise anstatt der üblichen "Klöten" / "Eier" Wörter) abtasten soll um Hodenkrebs schon im Ansatz zu erkennen. Nun gut, schonmal die richtige Richtung, denn, genau, es sind ganze zwei Kondome am Start. Da geht also einiges. Hier möchte ich gerne auf mein Auto zurückkommen, die spezifizierte Anfrage wäre nun ...welches Mädel möchte gerne mein Auto hier vorbeibringen?

Wo war ich...???...ahja, so wie ich mich kenne werde ich den Laden wohl nicht mehr von innen sehen.
Ab zum Supermarkt. Gute und leckere Sachen einkaufen, ich fühle mich noch gesünder. So kanns nicht weitergehen, ich denke an Herrn Hambüchen, seine Warnungen/Anregungen und hole mir auf dem Rückweg gleich noch nen 20er Stella, lecker is anders aber es hilft ja nichts.

Abends dann schön mit Herrn Schöneborn Fußball gehört und Bier getrunken (siehe Foto, das Internet ist schon immer wieder beeindruckend, die 2te Liga hingegen nicht), anschliessend noch ein Film mit meinen Mitbewohnern und danach noch ein kleines Gespräch über die gute alte Musikzeit vor 15 Jahren (Clawfinger, RATM, Bodycount).
Ab ins Bett, reicht auch, aber das wird noch getoppt Herr Hambüchen, keine Sorge.


Fussi

Herr Schöneborn und ich (leider nicht gut zu erkennen) beim Fussi!

2. Oktober 2006

Bier ist doch auch gesund!?

Samstag (30.09.2006)
Der goldglitzernde Schein der aufgehenden Sonne kämpft sich träge über dem märchenhaften West Yorkshire durch fast magisch anmutenden Nebeldunst und erweckt langsam und sanft meine Sinne. Schön wärs! Mein Nachbar ist einfach nur scheißlaut und ich stehe senkrecht im Bett. Toll, da kann ich dann auch direkt aufstehen, duschen, Frühstück machen und wieder ab an den Rechner, schließlich steht wieder ein spannender Spieltag der 1. Bundesliga an... und irgendwann möchte ich auch mal wieder etwas live sehen. Nach erneutem endlosen Gefummel und erneuten gescheiterten Versuchen mich bei irgengwelchen chinesischen Sendern online zu registrieren (ich habe jetzt mal Herrn Schöneborn dazu überredet eine Taiwan-Labor-Schnalle auf dieses Problem an zu setzen) schaffe ich es dann doch glatt, rechtzeitig zum Spiel Wolfsburg - München, ein ganz akzeptables Bild (trotz wohl mehrfacher Erdumrundung) zu bekommen. Leider ist der Stream 2,45 min hinter dem Liga-Live-Stream von bundesliga.de (ganz Findige können jetzt sicher ausrechnen wieviele Kilometer das Signal hinter sich hat) und somit weiß ich natürlich alles im Vorraus. Recht langweilig.
2,45 min nach dem gefallenen Tor dann mal schnell auf den Bildschirm geschaut, so tun als ob man nichts weiß und dann lauthals jubeln, die richtigen haben den Ball versenkt! (Sorry Michi!).
Mein "mate" Herr Schöneborn verlässt mich so langsam und ich dackel nach den Spielen ins Walkabout (australischer Pub). Treffen mit den Herren Münchnern von Macromedia. Wir betreten die heiligen Hallen und kommen genau 2 Meter. Plötzlich stürzt sich eine kleine, dicke (und auch ein wenig hässliche) Engländerin auf einen von uns (wir sind drei) und fragt nach seiner Telefonnummer. Aha.
Ein Panoptikum des Schreckens tat sich uns auf. Eine gute Mischung von pferdegesichtigen Mädchen, eher über- als untergewichtig, in nahezu nicht vorhandenen Körperbedeckungseinheiten (ja, auch bauchfrei), sowie eine Horde von dehydrierten Starkstromalkoholikern die sich bei Düsenjetturbinenähnlicher Lautstärke der landesüblichen "Musik" grenzdebil anschweigen.
Naja. Wir wollen ja eh nur ne Runde Billard spielen. Genau eine Runde. Der Tisch wird nämlich sofort beiseite geräumt um den Wahnsinnigen ihr Treiben zu erleichtern (kleiner Nachtrag...die Aussage einer Kellnerin... "Och, hier wird auch schonmal aufem Klo gebumst oder da vorne aufem Sofa"... ahja, schnell raus hier, heute ist ja nur Billard spielen angesagt. Der Laden ist vorgermerkt (Es gibt übrigens VB, Gruß an Jenny und Richard).
Meine Bande und ich zur nächsten Lokalität, kein Einlaß mit Turnschuhen, auch hier ein "oha", man bedenke das genügend minderjährige Girls im Bonn-Endenich-Look die Männerwelt in diesem Schuppen beglücken. Also zur Studentenkneipe auf dem Campus (wir sind nun 5) und was soll ich sagen? Endlich normale Leute, hier kann man es aushalten. Aber wiederum vergeht die Zeit recht schnell, letzte Runde! Unser Durst ist aber noch lange nicht gestillt, es geht weiter. (Name entfallen). Höllisch laute Musik (dafür aber Metal) und gutes Bier. Randgeschichten: der Kellner schaut aus als würd er mir den Kopf abreißen weil ich ihm Trinkgeld gebe, auf leicht alkoholisierte Nachfrage wird das aber verneint und findet mich dann doch ganz toll. / Erkenne Cowboys from Hell (Pantera) und der Metalhead (gruß Fröhlen, könnte dein Bruder sein) neben mir denkt auf einmal ich wäre Gott (also bitte, das weiß sogar ich).
Jetzt reicht es auch, gegen 03.30 trete ich den Rückweg an und verlaufe mich nur geringfügig. Über alle Maßen stolz schmiere ich mir noch einen kleinen gute-Nacht-Snack und öffne ein letztes Bier. Das Sandwich geht jedoch in Null,Nix (Haha) retour, das Bier finde ich am nächsten morgen zwar geöffnet aber unangetastet. Hurray Studentenleben, da bin ich wieder (Keine Sorge Versorger, ich bleib auf dem Boden)

Sonntag (01.10.2006)
Der Tag steht ganz im Zeichen der Rekonvaleszenz und Hausaufgaben erledigen. Man muß ja was machen. Zum Abschluß noch ein Film mit meinen Mitbewohnern und unseren Gästen (zZ 4). Das wars.

Gruß aus WY

Howard Street
Meine Strasse!

8. Oktober 2006

Ich hänge...

...ein wenig mit der Berichterstattung, Entschuldigung. Daher hier nun eine kompaktere Wochenzusammenfassung.

Montag (02.10.2006)
Uni, Hausaufgaben abgeben, alles erledigt, alle zufrieden.
Warten auf den Livestream zum Duisburg-Spiel (das Montag-Abend-Topspiel), klappt natürlich nicht. Angesichst des Spiels aber wohl auch ganz gut im Hinblick auf meine Wohnungseinrichtung.
2200, gerade auf dem Weg meine Zähne einem Reinigungszeremoniell zu unterziehen werde ich von meinem Mitbewohner David R. aufgeschreckt. KlopfKlopf. Herein wenns kein Töpfer ist (ich verflache zusehends, im Hinblick auf meine Mitmenschen hier und meiner Zielgruppe in der ganzen weiten Welt ja aber wohl ok)!
"Bohr (hallo Physikstudenten) was hab ich Lust auf Bier trinken, wenn du mitmachst geh ich noch schnell was holen."
Ein gottgegebenes Geschenk meine Langeweile zu bekämpfen! 24h Läden und Freibier. Prima. 6 Stunden später, 18 Fosters weniger (Bäh), entschlummere ich friedlich dem alltäglichen Geschehen.

Dienstag (03.10.2006)
Im Gegensatz zu Euch habe ich nicht frei. Betrug. Wie immer steht hier um 1400 eine Vorlesung an zu unserem 30-minütigem Projekt. Ziemliches WischiWaschi, daß mir dann doch wieder bekannt vorkommt, schade, aber ich kann glänzen. Im Anschluß werde ich dann von zwei Typen aus meinem Kurs angesprochen ob ich nicht Lust habe ein Bier zu trinken und Pool zu spielen. Honig in meinen Ohren, schweres Wasser auf meine Mühle. Ich muß hier natürlich die Fahnen hochhalten und erkläre mich schwermütig zu Allem bereit, wenn der Herr Schöneborn die Taiwanesen im Tischtennis abziehen kann, dann sollte ich doch auch hier etwas ausrichten können. Erste Probleme (mal abgesehen vom Biergeschmack) ...kleiner Tisch, kleine Kugeln, völlig andere Regeln. Ein harter Kampf steht an, ich schlage mich wacker. Matt und Rick scheinen begeistert. Das Ganze geht dann (ungelogene) 7 1/2 Stunden so weiter. Die Trefferqoute gegen 2200 gleicht einem desaströsen Zusammentreffen von armamputierten Grobmotorikern mit nicht zu vernachlässigender Sehschwäche (hiermit möchte ich klarstellen, daß ich keinerlei Ressentiments gegen diese spezifische Menschgruppe hege, sie spielen aber sicherlich scheisse Billard), die Sprache geht einem aber um so leichter von den benässten Lippen. Nette Leute, ab nach Hause, geht eh nix mehr.

Mittwoch (04.10.2006)
Wenn ich das mal genau wüsste. Ich sag mal das ich mir über meine Projekte Gedanken gemacht habe, ein wenig Einkaufen, abends einen Film. Feddich!

Donnerstag (05.10.2006)
2 Vorlesungen bei dem "Wahnsinnigen". Ein Typ taucht mal wieder nicht auf, einer zu spät. Bedeutet also erstmal dicken Ärger (inklusive 5 Minuten Monolog) und ein persönliches Gespräch mit Ali. Andere Länder, andere Sitten.
Es geht um verschiedene Sendeformate im UK. "Hehe" hier und "Haha" dort, ich schnall überhaupt nix da mir diese tollen Sendungen völlig unbekannt sind. Was solls, eigentlich haben wir das gleiche ja in Grün schon bei Macromedia gehabt. Mittags wirds auch nicht wirklich besser aber es steht ja eine weitere "Runde" Pool an. Hervorragend. Eigentlich genauso wie am Montag, bis auf die Tatsache, daß mittlerweile sogar das weltpolitische Geschehen in einem vernünftigen Englisch breitgetreten wird. Sehr amüsant. Gegen Abend trudeln dann die Münchner ein (die mussten schon ihre erste Präsentation halten) ...gemütlich werden noch 2 Helle getrunken und es geht ab nach Hause.
Nachtrag: Matt hat tatsächlich ein relativ gutaussehendes Mädel angeschleppt, aber 20. (Gruß an zB Taiwan)

Freitag (06.10.2006)
Manche Leute werden jetzt sicher aus allen Wolken fallen. Ich gehe (alleine) spazieren und tanke ein wenig Sonne. Dazu noch einen Abstecher zu Aldi (meine Lachsnudeln (also Jennys) müssen hier wohl ausfallen) und anderen Sehenswürdigkeiten. Es werden sogar Photos gemacht.
Abends: Es stehen 2 Partys an. Ich passe! Es muss schließlich ein wenig gearbeitet werden und morgen ist ja auch EM-Quali. Ende der Kompaktzusammenfassung!
(Danke für Eure Kommentare und nen Gruß an den Rechtsverdreher aus Kevelaer)

stadt
Da wohn ich!

9. Oktober 2006

Weiter gehts!

Samstag (07.10.2006)
Ein weiterer Spaziergang und somit Entdeckungsreise durch Bradford ist angesagt. So richtig viel dolles gibt es hier zugegebenermassen nicht zu sehen, doch irgendwann weckt ein kleines Schild mein Interesse:
"Little Germany".
Hui, vielleicht gibts da ja ein leckeres Brot, vernünftiges Fleisch oder gar ein kühles Blondes aus heimischen Gefilden?! Also nichts wie hin, und bin schon recht bald schwerstens enttäuscht. Englische Häuser, englische Straßennamen, englische (oder pakistanische) Lokalitäten, also genau wie sonst auch in Bradford. Bin folglich mal wieder veräppelt worden und darf fortan nur noch hügelaufwärts den Rückmarsch antreten. Es fängt an zu regnen.
Abends dann das EM-Qualifikationsspiel England - Macedonia. Gehe mit dem einheimischen Gewächs ins Walkabout. 200 grölende Fans in der Bude, alle singen irgendwelche Fanlieder, das Bier schwappt über (allerdings keine Kunst, bei den bis zum Rand gefüllten Trögen)... Gänsehaut-Stimmung!
Diese verfliegt aber angesichts des Spiels recht schnell und ich lerne ein paar (ca.27) neue Beleidigungen aller Gangarten kennen. Mein Nachbar trinkt in einer unsagbaren Geschwindigkeit und muss (ungelogen) alle 5 Minuten aufs Örtchen (kein Problem - Minifernseher am Pissoir). Nach der Pause ist er fast nicht mehr zu verstehen und fängt langsam aber sicher an seinen Kumpel zu verdreschen, warum auch nicht?
Es kann einem doch schon ein wenig mulmig werden wenn die Stimmung so kippt, aber das muß ich hier jetzt mal sagen, "Danke" für die WM. Ich werde selbst von den besoffensten Fußball-Hooligans freundlichst als Deutscher aufgenommen (selbst mein Nachbar unterbricht zeitweise sein Boxeinlagen um gemütlich mit mir an zu stoßen und einen (nichtverständlichen) SmallTalk zu halten. Echt großartig, hätt ich nicht gedacht.
Das Spiel endet unentschieden und die Engländer gehen missmutig nach Hause, meine Abendunterhaltung ist somit gerade tödlichst torpediert worden.
Nach Hause, Tele, schlafen.

Sonntag (08.10.2006)
Überhaupt nix!

10. Oktober 2006

Eine weitere Woche im Leben des SR!

Montag (09.10.2006)
Uni 1400, aufstehen 0900, zurückfallen in alte Gewohnheitsmuster gilt es hier schnellstmöglich zu verhindern. Hinsetzen und Ideen entwickeln.
Irgendwie helfen mir alle bekannten Methoden nicht wirklich weiter und ich stehe immer noch relativ dumm da.
Mal wieder blauer Himmel, ich gehe also eine ganze Ecke früher zur Uni um noch ein wenig Sonne zu tanken und den Würfel kreisen zu lassen.
Die Vorlesung ist ganz OK, aber Hausaufgaben, na prima, Storyboard zeichnen. Für einen so herausragenden Künstler (einige von Euch sind ja schonmal in den Genuß gekommen) wie mich ja eine besondere Aufgabe.
Rick und Matt fragen nach einer Runde Pool, ich Trottel hab mich aber zum Einkaufen verabredet. Und es erwartet mich (war ja klar) so Einiges.
Wie man mich kennt bin ich nach ca. 3 1/2 Minuten durch den Supermarkt gehetzt und habe bereits alles was ich für die nächsten Tage so brauche. Nicht jedoch David: "Du, ich brauch wohl noch 2-3 Minuten". Nun gut, ist ja kein Problem (denke ich in meinem nicht mehr so jugendlichen Wahnsinn).
Um Euch die nun folgende Zeitspanne ein wenig transparenter zu verdeutlichen stellt Euch meine Wenigkeit (bekannter Feinmotoriker) vor einem Titanic Modellbausatz mit ca. 5000 Teilen vor, ich habe Bauarbeiterhandschuhe und, achja, die Heißklebepistole ist noch im Baumarkt.
Die Zeit verinnt nur quälend langsam gleich einem zähen, dickflüssigen Strom auf den selbst ein eingeschworener Ankh-Morporkianer ehrfürchtig herabblicken würde.
Das Ganze wäre ja noch zu ertragen gewesen, aber nach dem Einkauf folgt ja bekanntermaßen das Einpacken. Man stelle sich fürderhin vor, die Titanic ist sozusagen vollendet. Es fehlt nur noch ein letztes Teil des Vorderschiffs an dem man sich bei guten Wetter vielleicht anlehnen und lauthals "Ich-bin-der-Scheiß-König-der-Welt" oder "Georg, nochma 2 Becks bitte" schreien könnte (je nach Laune).
Das Teil ist aber dummerweise nicht in der Verpackung. Hersteller anrufen, Modellreihe ausgelaufen, kann nachbestellt werden, Sonderlieferung aus Thailand, 7 kleine Kinderhände werden noch morgen geschult das Ding aus Bambus zu schnitzen......er packt noch immer die Sachen in einen Riesenrucksack. Wahnsinn.
Mittlerweile habe ich vor dem Netto meinen eigenen kleinen Turmbau zu Babel aus Mandarinenschalen geformt. Wenns so weitergeht ist mein kompletter Einkauf vertilgt bevor er den Laden verläßt...
Dieser Bericht könnte jetzt noch länger werden, aber ich möchte Euch nicht mit weiteren Einzelheiten quälen. Netter Typ. Langsamer Einkäufer.
Nach Hause, auspacken. Ende des Tages.

das habe ich deswegen sausen lassen:
pool1 pool
Rick und Greg im unieigenen Pub!

12. Oktober 2006

Interessant!

Dienstag (10.10.2006)
Vorlesung bei Marc G.! Wir schauen uns mal wieder Beispiele im Rahmen der Digital Videography Vorlesung an, meiner Meinung nach alles Mist (incl. dem Supergau meiner Frende von Dogma) und alle sind wieder vollkommen überfragt was sie denn nun für einen "experimentellen" Film in diesem Fach abgeben sollen. Darüber muß kräftigst nachgedacht werden. Ab in den Pub!
Die übliche Truppe (Greg, Matt, Rick und meine Wenigkeit) lenken uns ein wenig beim Poolspiel ab (schnall Dich an Herr Honisch) und genehmigen uns dabei noch ein Extra-Kaltes. Die Stimmung ist gut. Gegen 1900 dann EM-Quali Rückspiel Deutschland - England, wir spielen äußerst bescheiden und verlieren, die Stimmung geht nach unten. Wir haben beschlossen heute alles ruhig angehen zu lassen, also treibt es mich auch schnurstracks nach dem Spiel Richtung heimische Gefilde.
Es erwartet mich elektronische Post. Interessant! Also mal telefonisch abchecken was so los ist. Interessant. Die Stimmung ist im Keller. AHA. Na vielen Dank.
Wenn ich so an Deutschland denk... da fällt mir noch was ein. Hermann, steht noch das Angebot mit dem Carrera Abend bei dir? Schöneborn und ich haben uns grad nochmal gesprochen und wir würden gerne mal ne Runde zum Zocken vorbeikommen.
Ich geh ins Bett!

16. Oktober 2006

Kompakt!

Mittwoch (11.10.2006)
Überhaupt nichts, angepisst rumgesessen.

Donnerstag (12.10.2006)
Alles Roger, bin wieder am Start (keine Sorge!). Ab in die Uni. Vorlesungen mal wieder sehr, sagen wir... langweilig. Um ehrlich zu sein, müsste ich nachschauen, was es im Speziellen gab. Aber in der 2ten Lecture dann ein kleiner Film über Producer und deren Probleme. Sehr kurzweilig wie James Cameron (nachdem er knappe 30 Mio!!! über dem Gesamtbudget war, btw., der Film war noch immer nicht fertig) zu seinem Producer sagt, daß er den Scheiß doch selber machen soll, er würde nichts kürzen... und darauf hin das Set verläßt. Schöne Aussichten. So kann ich nicht arbeiten, verfluchte Kreativen-Riege.

Freitag (13.10.2006)
Ein wenig spazieren. Meine Güte, sollte ich mich eventuell daran gewöhnen? Vielleicht wünsche ich mir zu Weihnachten so adrette Walking-Stöcke und ein Hütchen, mal sehen. Danach steht Langeweile an. Den ganzen Tag versuche ich die Münchner zu erreichen, schließlich soll ja der Freizeitcharakter meines Studiums erhalten bleiben (kleiner Witz Richtung Erziehungsberechtigte).
Gegen 2100 Uhr dann die erlösende Nachricht. Nadja (ihreszeichens MM-M Studentin, aber aus irgendwo aus ganz weit schäl sick) schlägt mir ein Treffen um 2200 Uhr im studentischen Hilfswerk (PUB) vor. Nichts wie hin und siehe da, die restlichen Münchner, nahezu ausgeknockt durch stundenlangen Alkoholkonsum. "Wie wollten nur ma kurz zur Bank!" (*schwerstens gelallt*) Aha und na prima. Man selbst ist ja tendentiell auch eher Wirkungstrinker, also schnellstens an die Theke. Abfahrt. Anschließend dann noch zum FND (Friday Night Irgendwas / Studentenparty). Man trifft "alte" Bekannte sowie Studienkollegen, ein dann doch recht witziger Tagesabschluss (allemal angesichts von Smashits durch unsere Freunde von Cotton Eye Joe und Wigfield). Das Bier schmeckt immer noch eher widerlich, zumal in dieser Location auch noch stilecht in Plastikbechern kredenzt. Frauen - alter Schwede!

Samstag (14.10.2006)
Kopfschmerzen.
Nichts.
Erste Bundesliga, toller Spieltag.
Nichts.

Sonntag (15.10.2006)
Der Tag der Arbeit. Ideen finden (ja, schon wieder!), mal was niederschreiben und natürlich die Hausaufgaben machen. Storyboard zeichen mit Meister Sven und keinem Ratzefummel (Radiergummi). Hervorragend, die Einrichtung erleidet erheblichen Sachschaden, langsam müßte der Schönebornsche Einfluß doch langsam mal zurückgehen. Ich möchte nicht näher auf meine Malkünste eingehen, das Kind ist anscheinend aber eher in einer radioaktiven Klärgrube aufgewachsen als gut behütet in der englischen Zivilisation (man beachte den erheblichen Wortwitz).
Abends dann noch eine Runde Billard mit den Münchner und dann das absolute Highlight! David kommt zurück!

Das bedeutet:
- ein Kölsch (lecker, wird aber für einen festlichen Anlaß aufgehoben. Mal sehen, 2000 Uhr schlägts ja nicht jeden Abend)
- Mayonaise (die Döspaddel haben hier nur Salatmayonaise. Das, plus nicht vorhandenes Salz auf den Pommes sind doch schwer zu ertragen)
- Zitronentee (Kille, komm vorbei und bring den Captain mit, achja, von mir aus auch den Müller, dann können wir uns sein Glas wieder teilen. Mein Schreibtisch ist groß genug für dich um drunter zu pennen.)

Nach einigen Reaktionen Eurerseits möchte ich hiermit klaren Verstandes und reinen Herzens sagen, daß es mir hier gefällt, aber meckern gefällt mir halt noch mehr, daß wisst ihr doch!
(Gruß nach Klettenberg)

Bis bald und Adios vom um/durchtriebenen Hackl-Schorsch-sein-Kumpel.

25. Oktober 2006

Happy D...!

Hallo liebe Freunde der seichten Morgenunterhaltung. Eine schreckliche Last liegt auf meinem schmächtigen Corpus, die Last meiner, achso lasziven Faulheit. Euch jeden Tag aus dem wundervollen Bradford zu berichten und eurem Antlitz wenigstens ein kleines, verschmitztes Lächeln zu entringen ist mir zwar einen Herzensaufgabe, an der Umsetzung scheitere ich jedoch kläglich, wie ihr sehen könnt. Auch dieses Mal habe ich nun eine ganze Woche auf zu bereiten (was ist jetzt eigentlich mit der neuen Rechtschreibung, muss man das hier jetzt alles trennen? Fragen über Fragen!) und sicherlich viele Erinnerungen verblassen angesichts der tollen Eindrücke, die wie ein Meteoritenschauer auf mich herabprasseln. Auch angesichts des betrüblichen Verlustes eurer Anwesenheit, meine lieben Leser, lässt mich mein inneres Auge, voller Tränen, nur verschwommen nur einen flüchtigen Blick auf die letzten Geschehnisse erhaschen.
Ich versuche mein Bestes die Vergangenheit möglichst vollständig und wahrheitsgetreu wieder zu spiegeln (Pi*Thumb).

Montag (16.10.2006)
Und schon haben wir das erste Problem. Vielleicht sollte ich mir doch angewöhnen ein kleines Büchlein sowie ein Schreibuntensiel (wenn dann aber auch einen Bleistift den man immer OldSchool-mäßig anlecken muss) bei mir zu tragen. Eine gewisse homoerotische Komponente dieses Gedankenbildes (ich mit Heft und „Bleier“, vielleicht mit einem integrierten Ratzefummel, grüne Wiese, blauer Himmel, der Wind streichelt sanft mein wallendes Haar) lässt mich aber angesichts des hier vertretenen Meinungsbildes Abstand von dieser Idee nehmen. Gut, muss ich halt (und somit auch ihr) auf gewisse Erinnerungen verzichten.
Jedenfalls ist mir die nackte Existenz dieses Tages nicht mehr bewusst. Müsste ich raten? vielleicht ein wenig was für die Uni machen, Schöni ins Bett verabschieden, ein Film, ein Bier, Pool?!?
Ich weiß es wirklich nicht. Sicherlich verpasst ihr schon hier die ersten unglaublichen Geschichten, welche euch von euren beheizten Kloschalen gepustet hätten (manman, die Entwicklung heutzutage, in Eurem Alter [bei einigen] habe ich noch einen Kasendreher gehabt, heute gibt’s WLAN – Irre!)
Es tut mir unsäglich leid. Weiter zum nächsten Tag.

Dienstag (17.10.2006)
Persönliches Tutorial bei Marc G. im Fach Digital Videography. Ich bin gut vorbereitet, ein besonderes „Dankeschön“ nach Bochum. Einige werden nun staunen und schmunzeln.
- Expressionismus im dt. Film -
Marc ist hin und weg, ich bin nicht so begeistert. Er kennt sich natürlich volle Möhre aus, warum auch nicht, ist ja nahe liegend als Engländer. Dann geht’s los. „Super Thema, mach doch auch noch was über die Sprache, Kunst und was hälst du eigentlich von Fassbender und Wenders?“. Nach kurzem Hinweis auf die geplante Länge meines Vortrags (vorgegebene 10 Minuten) verfliegt der erste Enthusiasmus, Glück gehabt.
Dann allerdings noch das kleine Problem mit dem 10 minütigen Film, den wir Ende des Semesters abgeben müssen. Herr G. ist der Überzeugung, dass der Film in einen Zusammenhang mit unserer Präsentation stehen soll. So etwas habe ich natürlich schon befürchtet, der Vorschlag meines Tutors einen Film im Stil des Expressionismus zu machen schlägt mir dann aber doch gewaltig auf den Magen. Das könnte ein wenig schwierig werden. Aber nun gut, das Ganze ist ja noch ein wenig hin, den Gedanken mal ganz schnell verdrängen und zu allem "Ja" und "Amen". Im Nachhinein kann man immer noch ein wenig pfuschen.
Nach ein paar (nicht so wirklich interessanten) Geschichten über damalige Studenten von Macromedia hier in Bradford verlasse ich flugs und froh gelaunt das, sich durch ein nahezu unglaubliches Chaos auszeichnende Zimmer eines Kreativen, und laufe natürlich direkt Matt in die Arme. Da wird nicht lange gefackelt, die Verabredung steht, Bier und Pool - ASAP. (So geht das Münchner!)
Wie üblich trifft man sich im Courtyard, sechs Tische, eine lange Bar, genügend Kellner, Musik, sogar Security. Was will man mehr als ordentlicher Student. Außer natürlich vernünftig schmeckendes Bier. Aber mittlerweile habe auch ich eingesehen, dass dieser Zug in diesem Bahnhof nicht hält, geschweige denn mit Tempo 200 gerade durch diesen hindurch gefahren ist. Man kennt mich, Anpassung und Integration sind mein Steckenpferd, also alles kein Problem. "Ein Pint irgendwas bitte" - schmeckt eh alles gleich schlecht.
Der Deal war eigentlich auf ein paar Spielchen begrenzt, die Championsleague macht uns einen Strich durch die Rechnung. Stunden später sitze ich in irgendeinem Studentenwohnheim, Bier in der Linken, Toast mit Butter (Würg!) in der Rechten.
Thema: Weltpolitik, Abramowitsch und Cricket-Regeln. Rick ziemlich gut gelaunt, Matt mit kurzer Buchse und freiem Oberkörper und zwischendurch kommen immer mal wieder ein paar Girls reingeschneit und staunen (flat-mates). Abfahrt, ohne flatmates.
Ich verlaufe mich kurzfristig, der Sprung über eine Mauer führt mich jedoch auf gewohntes Terrain und direkt in den nächsten Fish N Chips Laden. (Auch Würg!).
Nacht.

Mittwoch (18.10.2006)
Ausschlafen, frisch machen, einkaufen.
Zur Zeit erhältlich in jedem gutsortierten Einkaufsparadies: Feuerwerk. Für mich, wer mich besser kennt, natürlich ein fragwürdiges Thema über das ich mir jedes Jahr viele Gedanken mache. Wieviel von dem Scheiß soll ich mir bloß kaufen? Nur Raketen oder auch ein wenig Bodenspaß? (Hier ein Hinweis an alle: „Heuler“ finde ich echt gefährlich, da weiß man nie wohin die Dinger fliegen. Lieber ne anständige 45er Batterie oder auch ne Tüte Wunderkerzen. Merkt euch das!).
Irgendwie bin ich aber noch nicht im Illuminations-Fieber und halte jahreszeitengemäß Abstand zu den KrachPeng-Artikeln.
(wo bin ich eigentlich Silvester? Wer lädt mich ein?)
Jedenfalls feiern die Pakistaner hier irgendein Happy Davalaalaileirhi-Irgendwas-Fest, das Fest des Lichtes (kann natürlich auch sein das ich vollkommen falsch liege) und böllern hier seit 2 Wochen was das Zeug hält. Hinzu kommt dann noch die Feier zum 5. November, da werden dann auch noch mal eine ganze Runde Brot-äquivalente-Spaßmacher verbraten. Schönen Gruß an die Straßenkinder in Afrika.
Remember, remember the fifth of November. Prima.
(für geschichtlich Interessierte - also keinen - http://de.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_Plot)
Wieder zuhause bereite ich mein 2tes persönliches Tutorial vor und bekomme in den anstehenden Chat-Sitzungen noch halbwegs brauchbare Ideen. Das wars eigentlich für heute.

...keinen Gruß, schreibe ja gleich weiter, will nur kurz frühstücken...

25. Oktober 2006

Literaturnobelpreis für mich?

…zugegeben, das Frühstück hat etwas länger gedauert, aber auch mein großes Vorbild Ernest Hemingway hat das kommunistische Manifest 1492 nicht an einem Tag geschrieben. Anflüge meiner bipolaren affektiven Störung muss ich, wie auch er, damals am Strand von Warnemünde, mit Erdnusssandwiches und einem Schluck guten Hochprozentigen vertreiben. Meine Stimmung ist wieder gut – weiter geht’s Santiago!

Donnerstag (19.10.2006)
Lasst mich einmal ganz kurz zum gestrigen Mittwoch zurückkehren. Um hier nicht den Eindruck eines völlig verwahrlosten Alkoholiker-Studenten zu hinterlassen, möchte ich hiermit dringlichst darauf hinweisen, dass ich gestern eine große Geburtstagssause bei den Münchner habe ausfallen lassen, um mich auf den heutigen Tag und somit auf das anstehende Tutorial vor zu bereiten. Soviel dazu, ich werd alt.
Während die Münchner im wohlverdienten Schlaf noch mit den letzten Resten der Fuselalkohole kämpfen, gehe ich bereits mit meinen halbgaren Ideen zu David Ro., seines Zeichens Tutor im ProductionProject-Modul. Nach einigem Hin und Her dann die Zustimmung zu einigen Vorschlägen und ein großes „Entschuldigung“, dass mir nicht mitgeteilt wurde wie der Hase hier löppt. Die ganzen Engländer standen ja schon in der ersten Semesterwoche mit fertigen Drehbüchern im Anschlag, naja, in den Sommerferien war ja eh zuviel Trubel als das da etwas Vernünftiges bei raus gekommen wäre.
Zu Hause angekommen wurde mir dann recht schnell klar, dass die Münchner, entgegen anders verlauteter Ankündigung, nicht aus dem Geburtstag rausfeiern werden, Rekonvaleszenz ist angesagt, ich bleibe also alleine und traurig zu Hause und vermodere in meinem eigenen Sumpf an erstickender Langeweile.

Freitag (20.10.2006)
Freitag - Partytime. Zuerst aber in die Bibliothek. Meine PIN Nummer habe ich schließlich immer noch nicht, ich gebe nicht auf. Ein freundlicher Herr verschafft mir alle Privilegien in nur 23 Sekunden, ich bin baff, ich muss mich erstmal hinsetzen, meine Güte.
Ich trau dem Braten naturgemäß nicht und versuche probehalber ein Buch aus zu leihen. Alles klappt … schnell noch mehr holen, bevor die Glückssträhne vorbei ist und mich irgendein englisches Computerprogramm vorzeitig für tot erklärt und automatisch exmatrikuliert.
Was soll ich sagen? Ein Hochgefühl mal wieder ein Buch in der UniBib zu entleihen und etwas zu lesen, was einem sogar noch ein wenig Freude bereitet, das ist lange her.
(Höre ich da einen in Taiwan vom Stuhl fallen? Bitte einmal Sauerstoff für Herrn Schöneborn!)
Zuhause werden die Bücher erstmal im Rucksack gelassen und in die Ecke gestellt, man will es ja auch nicht direkt übertreiben. Ein Drahtseilakt par excellence zwischen hochtrabendem (uncoolen) Studenten und (coolen) Starkstrompartyspezialisten. Ein Teufelsritt auf Messers Schneide. Das Damoklesschwert der Zukunft hängt todbringend über mir an einem seidenen Faden … usw. Is klar.

16.50 – Ach du heilige Scheiße. 2te Bundesliga fängt an, kein Bier im Haus und der Herr-Richtung-aufgehende-Sonne hält es nicht für nötig mich vorher zu warnen. Schuhe an, Fosters holen. Anpfiff (da viel mir noch das eine „Früh“ im Kühlschrank ein), und Zisch und Klack und weg! Alles ist gut. Bis Duisburg dann mal wieder zurückliegt, das noch warme Fosters getrunken werden muss und leichte Müdigkeit einsetzt. Das Leben ist hart.
20.00 – Wir haben gewonnen, Köln hat sich mal wieder zu dusselig angestellt. Ich bin froh, Schöneborn geht ins Bett.
Hier ein Wort zu den Münchnern. Zu Zeiten des Abpfiffs brandete nun schon seit Stunden die Entscheidungsschlacht über die abendliche Vorgehensweise und Partyplanung. Wo gehen wir hin, wann, wieso und gehen wir überhaupt!? Alles wichtige Fragen die geklärt werden müssen, Tag für Tag. So was hat die Welt noch nicht gesehen. Jeden Tag das gleiche Spielchen für mindestens 4 Stunden. Gegen 2100 Uhr dann die Nachricht, dass wir uns gegen 2200 im CourtYard treffen. Läuft.
Die einzigen wackeren Helden, die es geschafft haben von 2100-2200 bei ihrer Meinung zu bleiben, waren dann Nadja, Julia und Martin (seines Zeichens ein noch haßerfüllterer Mensch als ich, aber wackerer Menschenhelfer bei den Johannitern … oder waren es Malteser?)
Wir trinken ein-zwei gemütliche Bierchen, regen uns über diese und jene auf (z.B. das Mädchen da vorne, die anstatt eines Rocks einfach einen sehr langen Pullover anzieht und das andere, noch hässlicheres Mädchen, das den gleichen Pulli „in kurz“ anhat, aber dafür wenigstens einen Hauch von Rock. Ganz zu schweigen vom Mädchen das doch eher durch beeindruckende „Präsenz“ als durch grazile Bewegungen hervorsticht, jedoch ungeniert ein gewaltiges, pickliges Dekolleté der Weltgeschichte preisgibt und dann noch Martin nahezu unter sich begräbt.) Die Aufzählung der wundersamen Typen an diesem Abend könnte in den Größenbereich einer Doktorarbeit emporschwingen, mir bereitet allerdings der pure Gedanke daran schon körperliche Schmerzen und ihr würdet sicherlich schlafen gehen.
Es rufen schließlich noch einige Mitbewohner an (Pat, Dave H, Dan), wir gehen zum FND (minus Martin/Julia). Friday-Night-Disco, das Rätsel ist geklärt.
Anschließend noch ein paar Abend-Abschluß-Biere mit David H. in unserer Küche.
Reicht dann auch.

Bierschild

Ich möchte schließen mit einem kleinen Zitat:
"Ein intelligenter Mensch ist manchmal gezwungen, sich zu betrinken, um Zeit mit Narren zu verbringen." - Ernest Hemingway
(hiermit sind nicht diejenigen gemeint die ich kenne, außer vielleicht einige wenige. FG <- ROFL <- so ein Unsinn )

30. Oktober 2006

Pause und eine Bitte an Alle!

Leider gibts grad eine Menge zu tun (Donnerstag ist erste Präsentation meinerseits sowie die erste schriftliche Abgabe) und wie immer bin ich doch eher spät dran. Somit fällt das Blog erstmal aus. Sobald ich Freitag wieder in der Lage bin mich einigermassen auszudrücken gehts weiter. In der Zwischenzeit habe ich eine klitzkleine Bitte an Euch.
Ich habe letztens mal ehrfürchtig auf die Zugriffszahlen zu meinem Blog geschaut und war doch ein wenig erstaunt. Klicke ich sooft alles an um meine Fehler zu verbessern oder seid es wirklich Ihr da draussen? Leider bin ich wesentlich zu dumm um hier einen Counter zu installieren... aber ich will doch auch mal anstatt von anonymen Zahlen ein paar Namen sehen. Also... der Aufruf. Ihr braucht ja nichts großartiges zu schreiben, aber klickt doch mal auf "kommentar abgegen" und hinterlasst euren Namen. Bin gespannt wer hier so alles rumkriecht. Vielen herzlichen Dank und bis bald in Dt. - Sven/Kevelaer

8. November 2006

KRANK

sorry, geht bald weiter...hoffe ich, falls ich hier nicht verrecke!

21. November 2006

Abfahrt

Huiuiui… da bin ich wieder, in alter Frische und einer gute Laune, kaum aus zu halten. Ich befinde mich gerade in einem doch eher überfüllten Bus nach Leeds (liegt im Osten von Bradford) um dann nach einer kurzen Wartezeit von nur 50 min den Bus nach Liverpool zu besteigen (das liegt natürlich im Westen von Bradford, Erklärung? Hab ich keine!)
Falls mich der Fahrer nicht vorher köpft weil ich wieder 20 cm neben der offiziellen Schlange stehe, werde ich in null Komma nichts in Liverpool sein, sage und schreibe 3h40 min für knappe 100km. Na vielen Dank. Zick(e)Zack(e) durch England (Hühnerkacke). Aber um hier meine Entscheidung zu rechtfertigen dieses Martyrium in Kauf zu nehmen … der Zug nach LP ist zwar wesentlich schneller, schafft es aber glatt die Preise meiner geliebten deutschen Bahn (AG) noch zu überbieten, man glaubt es kaum. Und in Deutschland bekommt man dafür sogar noch einen halbwegs vernünftigen Zug angeboten, die Dampfrösser hier sind wahrscheinlich nach dem 2ten Weltkrieg von uns nach Uganda exportiert und, als sie dort keiner mehr haben wollte, nach England verschifft worden. Es lebe der öffentliche Nahverkehr, es lebe die Queen. Also Freunde, eurer Meckern ist auf einem sehr hohen Niveau. Aber auch diese weitere Geschichte kann mich nicht von meiner guten Laune abbringen. In meinem Gehirn ist zurzeit eine Hüpfburg aufgebaut voller Clowns die fröhlich auf ihrem Amphetamintrip durch die Gegend hüpfen und lauthals „TuTuT“ rufen.
Nun fragt ihr euch sicherlich nicht wieso!? Wahrscheinlich interessiert es auch keinen, ich antworte aber trotzdem.
Das Wochenende steht an und das bedeutet einen tollen Abend mit Frau Britta W. in Liverpool einschließlich einer Menge Bier, Musik und Tanz. Morgen dann wohl ein lustiges (englisches) Katerfrühstück und dann ab (ja, diesmal Zug) zum Flughafen.
Dort hoffe ich doch auf das mir gebührende Empfangskomitee (das wird wohl aus Michi bestehen) und dann auf eine endlose Anzahl an Mojitos. Mein (nicht ganz so trockener) Entzug von dieser gottgegebenen Flüssigkeit kennt nahezu keine Grenzen, ich brauch das Zeug... und hier ist das unmöglich zu beschaffen, selbst die alten Herren im Dealergeschäft sind machtlos angesichts meiner Anfragen. Auf die Cocktails in diesem Lande werde ich später noch einmal eingehen wenn ich vom letzten Liverpool Wochenende erzähle.
Weiteres Katerfrühstück, ab in die Kneipe... Fußball (einschließlich Wettbüro und mal wieder nichts gewinnen). Anschließend dann ein kleiner Trip nach Bonn mit einem kurzen Abstecher zum Georg und dann ab in den Tresor, das sollte für alle Leute die mich kennen als Erklärung für diesen ruhigen Abend reichen.
Die erste Busfahrt nähert sich dem Ende, ich berichte nach Deutschland weiter.

2. Dezember 2006

pLoj

Hallo Freunde der schlechten Unterhaltung. Ich weiß, dass ich weit hinterher hinke und wollte heute, auf dem neuerlichen Weg nach Liverpool (Ja, Zug, ja, wieder langsam und teuer), mal aufräumen und alles Geschehene berichten. Also hab ich mir während unserer heutigen Lecture (darauf komme ich am Montag zurück … Wahnsinn) einige Aufzeichnungen gemacht, die ich aber natürlich prompt in Bradford hab liegen lassen. Naja, dann Montag.
Aber ich kann euch natürlich ein wenig über meine Deutschlandreise erzählen, soweit ihr sie nicht mitbekommen habt.
Alles fing am Liverpooler Bahnhof an. Ausgerüstet mit meiner üblichen Portion Positivität bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass man am hiesigen Ticketschalter nicht wie in Kölle ein Zelt, Stuhl, Palette Bier und Essen für drei Tage mitbringen muss, bis man dann endlich zu einem unfreundlichen Mitarbeiter der Bahn AG vorgelassen wird. Pustekuchen, der Mitarbeiter war zwar freundlich, lange Zeit aber nur von Weite, am Ende der Schlange, mit (mindestens) Adleraugen zu erkennen (Wahnsinn, danke Uniklinik Aachen)... Zug also verpasst. Mist! Es folgen kurze Überlegungen ob man auf Grund der Transportschnelligkeit englischer Züge überhaupt noch irgendwann das Festland erreichen wird. Sämtliche negativen Gedanken mussten also schnellstmöglich mit einem Pint hinunter gespült werden. Dankeswerter Weise hatte mein Getränkepartner naturgemäß keine Einwände gegen ein frühes Bier (was mich auch erschreckt hätte). 6 vergebliche Pfund für einen kaputten Automaten (die wir nicht wieder gesehen haben) möchte ich hier mal unter den Tisch kehren. Können die keine Schilder da dranbasteln? Wahnsinn!
Alles wird gut. Also dann doch irgendwann zum Flughafen, pünktlich. Vor mir in der Schlange ein 16 jähriger Junge der seine Mutter fragt, ab wie viel Jahren man Bier in Deutschland legal käuflich erwerben kann. Ich antworte höflicherweise, für den Jungen bin ich Gott, die Mutter würdigt mich keines Blickes mehr. (Wahrscheinlich springt der Bursche immer noch im Dreieck, nur jetzt arschgranatenvoll). Die Jugend von heute! Wahnsinn!

Flug uninteressant.
Ankunft, mein Abholkommando besteht aus Michi, der (Juchuu) Kölsch am Start hat, grandios (aber wieso nur eins?). Ab zum Barbarossaplatz (auf dem Weg immer neue Löcher entdeckt) und dann straight ins Cubana, Mojitos bis zum abwinken. Es begleiten uns Lena (mach dir bitte immer noch keine Sorgen) und Carina. Tausend Mojitos ,eine menschliche Enttäuschung, sowie die Absinth-Mojito-Enttäuschung weiter reichte es dann auch. Zurück zu Michi und ein kleiner Abstecher zum Klo.
Am nächsten „Morgen“ dann ein wunderbares Frühstück (Danke hiermit nochmals), Wettbüro und Fußball mit ein paar vorsichtigen Kölsch. (Ich muss nicht erwähnen, dass wir (hier nun auch der Kroate dabei) mal wieder nichts gewonnen haben.)
Dann ging’s so langsam nach Bonn. Herr Müller erwartete mich am City Pick (der Trottel hat glatt ne Wette ausgeschlagen das ich ne Jacke hab, Mensch Müller). Der City Pick übertraf ein weiteres Mal meine kühnsten Hoffnungen. Georg war in Spitzenform, mal abgesehen davon, dass er wieder wie ein Wahnsinniger den Klingelgeld Automaten traktiert hat und sein Äußeres einem Klasse C Hooligan ähnelt, wurden auch die eintrudelnden Gäste aufs Lustigste behandelt. (Ohne Oregano bitte – Ohne Gras also! / Einmal Hawaii bitte – bin ich ein Scheiß Reisebüro oder was?). Wahnsinn!
(Schönen Gruß an dieser Stelle von Georg an Herrn Schöneborn, Mama Ifkanidou und der Serbe waren leider nicht anwesend).
Currywurst und ein Umsonstbier später ging’s dann zu Müller. Da ein wenig gequatscht, ab zu einer Naja-Party, dann in den Tresor, herrlich, die Prominenz war da. Ebi, Fröhlchen, Sven (der andere), Mini … und, und, und. (incl. 2 Ex von Sven, Prima ;-) )
Nun beginnt der Teil an den ich mich nur Bruchstückhaft erinnern kann, aber ich denke es war sehr lustig. Anschließend wieder zu besagter Party (Müller schnarchte bereits friedlich zu Haus) um dort einen Jungen aus der Nähe von Bradford kennen zu lernen (Die Welt ist klein, Wahnsinn … doch auch dazu Montag mehr), ich denke aber, dass ich zu dem Zeitpunkt des Abends nicht mehr ganz so gut angekommen bin, man kann halt nicht so richtig anders.
Wieder ein herrliches Frühstück … ab zum Flughafen, diesmal viel zu früh. Nur noch Kohle für ein Kölsch, langweilig.
Rückflug uninteressant bis auf die Landung. Als alter Hase weiß ich ja das die Jungs in Manchester auf nem Bierdeckel landen müssen, halt mich also fest und warte auf die Reaktion der anderen, eine Reihe hinter mir schlägt einer mit dem Kopf auf die Plastikablage, Wahnsinn. Ich wusste es. Herrlich. Höhnischer Applaus der anderen Fluggäste.
Am Manchester Airport erwartete mich bereits die Münchner Delegation um mich standesgemäß mit dem Auto nach BF zu kutschieren. Vielen Dank hiermit mal wieder an Nadja! (die anderen „Danke“ kommen allerdings erst noch in den nächsten Berichten, sie ist so ne Art persönlicher Lebensretter für mich)
Ende der Deutschlandgeschichte. Bis Montag. Unten noch ein paar Bilderchen!



Georg / CityPick

Müller und ich vor City Pick

4. Dezember 2006

Liverpool

Frisch, fromm, fröhlich, frei! Wahrlich nicht die richtigen Attribute um mich am heutigen morgen auf der frühen Fahrt von Liverpool nach Bradford zu beschreiben. (es ist gefühlte 5 Uhr morgens, aber man will ja pünktlich zur Lecture anwesend sein).
Der heutige Tag fing eigentlich schon um 03.00 Uhr an (schade, da der Abend zuvor erst gegen 02.00 Uhr endete), netterweise haben Brittas Flat-Genossinnen um diese Uhrzeit ihre Ankunft vom letzten Saufabend standesgemäß mit einem Wettrennen durch die Flure und begleitendem 19-Jahre-Tussi-Hilfe!-ein-Junge-läuft-hinter-mir-her-Gekreische zelebriert, da gerade aber erst die letzte ???-Folge durchgerauscht war kam ich nur zu einem kurzen Schlaf von geschätzten 7 sek. Um das Beste daraus zu machen, beschloss ich wagemutig eine weitere Folge zu konsumieren … die Nacht wahr kurz, die Folge natürlich Scheiße. (> 60) Nach den kümmerlichen Versuchen meine verkrusteten Augenlider auseinander zu reißen schaffte ich es dann doch tatsächlich zum Schalter des Bahnhofs LP Lime Street. Die Schlange ist OK, der Ticketpreis nicht, die Verkäuferin kommt dann wohl eher aus den slawischen Gebieten unserer schnuckeligen Welt, verstanden hat sie mich jedenfalls nicht (und das lag ausnahmsweise mal nicht an mir), was sie aber offensichtlich nicht davon abgehalten hat, mir einen absoluten Fantasiepreis für das Ticket ab zu nehmen. Ich dachte solche Touri-verarsch-Möglichkeiten gibt’s nur in Moskau (aber wahrscheinlich hat sie dort ihre Ticketverkauf-Gesellenjahre verbracht). Pech.

Aber nun zurück zu den vergangenen Tagen in Liverpool.
Donnerstag:
Meine Ankunft in LP wurde überschattet durch die Menge an Bier die Britta noch in ihrem Kühlschrank vermutete, zerozero, also direkt erstmal zum Spar tingeln um ein paar Blechbrötchen zu kaufen. Dazu noch ein Schlückchen Cola, unser Freund Jack D. trinkt sich ja ganz gut in dieser Kombination. Der Abend wurde mit dem Verzehr der oben genannten „Speisen“ verbracht.

Freitag:
Extremes rumgammeln; um sich dann aber ganz erholt um 1700 in die Stadt zu begeben … und was sehen meine entzündeten Augen. Weihnachtsmarkt … und das in deutsch. Yeaaaaaaha!
Nachdem wir mit einer Schubkarre Goldnuggets 2 äußerst ansprechende Glühwein bezahlt haben (ich aus Kostengründen „ohne allet“)

- Einschub – kleiner Witz, ich schau grad links ausem Fenster, wir sind auf offener Strecke und auf der Landstraße nebenan überholt ein Moped meinen Zug, die Geschwindigkeit flasht mich hier immer wieder.

geht’s nach vollzogenem Genuss an den Bratwurst Stand. Man ordert auch hier in deutsch und beschwert sich (aus Jux) mal ganz schnell warum es keine Hela Ketchup gibt, das Eis ist gebrochen, die Verkäufer finden uns witzig. 3 Pfund pro Fleischstange müssen wir trotzdem berappen.
Nachdem unsere ersten Gelüste gestillt sind geht’s ab in einen berühmten Live Music Pub. Hier haben mal ganz locker alle Größen der Musikrichtung ihren Schweiß vertropft. Dazu ein paar Pints … die Zeit vergeht wie im Fluge. Das wars eigentlich für den Abend, so ungefähr.

Samstag:
Wiederum extremes rumgammeln. Spät abends wird dann kurz der Hunger bei unseren Freunden von Burger King befriedigt. Der Angestellte bekommt es nur mit Mühe hin die Tüte innerhalb der nächsten 5 min korrekt zu befüllen. „War ein langer Tag!“ – ich hingegen würde eher sagen „hach, mal lieber 3 Tage inner Woche in die Schule gegangen, als die ganze Zeit beim Tätowierer ab zu hängen“ aber nett war er trotzdem.
Wir schlagen uns aber mal so richtig den Magen voll. Ungelogen hatte ich die nächsten 5 Stunden Probleme den Gerstensaft wie ein richtiger Schöneborn zu vertilgen … und versucht hier mal einen Magenbitter auf zu treiben.
Um 2300 geht’s dann kurz hoch in eine andere Flat um ein paar Freundinnen von Britta ab zu holen. Dort gibt’s dann natürlich erstmal noch Sektverschnitt (ich passe aufgrund meines Magens) und ein paar Geschichten wie sich die Truppe grad Mittwoch erst weggeschüttet hat. Mei-o-mei, Katastrophe! Die Girls spielen hier in einer vollkommen anderen Liga, das kann man getrost sagen und froh sein, dass das in Deutschland nicht der Fall ist.
Ab ins Taxi für geschätzte 2000m – das macht man hier anscheinend so, Verhandlungen mit dem England-Urgestein-Fahrer über das Fahrgeld (wir sind uns immer noch nicht so sicher ob der Kerl super witzig und nett war, oder ein totaler Arsch) und dann ab in einen berauschenden Disco-Tempel. Wahnsinn, genau mein Ding. Die Mädels nehmen einen Shot, ich ein Bier. Sie „ex“-en, ich nippe einmal, Feueralarm. Vielen Dank. Alle raus und Getränke runter. An dieser Stelle muss ich sicherlich nicht erwähnen, dass es draußen mal wieder geregnet hat und ich meinem üblichen Klamottenstatus treu geblieben bin.
Draußen noch die Info des Türstehers: Wenn ihr mit einer Glasflasche hier in der Gegend erwischt werdet kostet euch das 2000 Pfund, ne, is klar, fairer Preis! Ich hab dann mal nicht gefragt, ob man dann wenigstens noch umsonst pinkeln darf.

Nächster Laden, Kellergewölbe, Soul, arschgeil. Mir und Britta gefällt es, den Chicks aber nicht. Sturzbier – tschuess Laden. „Jetzt geht es aber in einen ganz ganz ganz tollen Laden wo die Getränke echt billig sind.“ (Aussage engl. Girls) Jaja, morgen kommt der Weihnachtsmann.

Im Eingang sieht man dann auch prompt schon ein Schild … „Sie betreten einen stinkenden und nassen Bereich.“ Und das ist mal überhaupt nicht gelogen! Kotzreiz schon beim Eintreten, so was habt ihr ernsthaft noch nicht erlebt, unbeschreiblich. Und Eintritt muss man auch noch zahlen. Ja, so einen professionellen Kotzegeruch muss man erstmal finanzieren. Preise ok. Musik? Man hört auch gerne mal „Cotton Eye Joe“.
Um den Abend dann abzuschließen, muss ich kurz noch mal auf die besagten englischen Frauen zu sprechen kommen. Hasenradar springt mal wieder überhaupt nicht an (war ja aber auch nicht notwendig) und … alter Schwede, wie besoffen die sind, Hammer. Das müsst ihr euch eigentlich mal selber geben. Selbst die Freundinnen von Britta, welche sich schon arg zurückgehalten haben, verteilen fleißig Handynummery, auch mal ein Bussi oder fliegen gekonnt bei Tanzeinlagen auf den Arsch. Immer wieder lustig hier in dem Land, das muss ich schon sagen.

Sonntag:
Ich lasse mal den Gentleman raushängen und bereite das Frühstück. Eier, verschiedene Toasts, Tomaten, Beans, Kaba (Erdbeer). Weiterer Tagesablauf … gammeln, vielleicht mal eine Cola aus der Eingangshalle besorgen, Ende.

Montag:
Bin grad in Manchester angekommen und beende hier mal mein Wochenende, ich denke es reicht auch.
Nachtrag: stehe hier in Huddersfield seit ner geraumen Zeit rum, Türen gehen nicht zu. „Wenn sie noch Lust haben auf eine schöne Zigarette im Wind oder einfach nur die Sonne auf dem Bahnsteig geniessen wollen, dann tun sie das doch bitte, wir informieren sie vor weiterfahrt.“ Prima, Akku ist gleich alle und der Weg noch weit! Nach nur 23 min geht’s weiter... allerdings nur 5 min, Signale stehen auf rot, 10 min warten. Hahahahahaha.

Unten seht ihr übrigens ein Foto von den Halls in denen Britta wohnt … und das ist kein Witz!
Gruß, ihr Rassehasen.

NWH

13. März 2007

Weiter gehts.

Hallo liebe Freunde der kleinen Nachtmusik.
Es ist mal wieder soweit und ich entschuldige mich für alle trüben Tage die ihr ohne meinen Blog aushalten musstet. Ich werde mich bemühen meine letztjährigen Leser weiterhin zu befriedigen und neue hinzu zu bekommen.
Da ich ja nun vieles ausgelassen habe, gebe ich ein paar, hoffentlich recht unterhaltsame, Kurzgeschichten zum Besten. Genießt doch ein Bier mit mir, denn zZ tue ich genau dieses im CourtYard. Meine Idee um mich wöchentlich dazu zu zwingen, Euch an meinem Leben teilhaben zu lassen. Los gehts....in einer nicht immer zeitlich korrekten Reihenfolge.

Letztes Wochenende
Mein guter Kumpel Ric und ich entscheiden uns mal wieder ein Fussi Match zu besuchen. 3 Liga. Bradford gegen Huddersfield. Erwarteter Wahnsinn. Anstoß ist mal wieder um 1200, damit nicht alle Hooligans bei diesem Derby die Zeit haben 7h vorher anzufangen zu saufen. Wir verabreden uns also zu einem kleinen "Frühstück" um 1030 in einem angesagten In-Lokal. Ric rückt direkt nach Ankunft die Tickets raus und ich bin ein wenig verdutzt. Auf den Tickets ist das Huddersfield Stadion zu sehen, der Sponsor und es steht "Away Ticket" drauf. Ric dazu:"keine Sorge, wir sind nur in einem anderen Block...das Spiel ist zu Hause." (das Ganze in English natürlich). Ich bestehe darauf das Ganze doch mal lieber zu überprüfen, und, was soll ich sagen, das wars mit meinem Frühstück (mein Bier hat Ric getrunken). Das Spiel ist natürlich in Huddersfield und ich muss mein Auto holen. Ab gehts. Riesig Stau, wir treffen gerade so eben zum Kickoff ein. Meine Wenigkeit natürlich in einem Trikot von Bradford, clever bei einem Auswärtsspiel..erst recht wenn man mit einem deutschen Auto anreist.
Das Spiel ist soweit nicht der Rede wert...absoluter Müll und Bradford verliert natürlich. Gude Laune Alder! Ab ins Auto und wir stehen erstmal 20 min aufem parkplatz und kommen nicht runter, ich komm mir vor wie im Zoo:
"ja, ich sitze in einem quietschgelben Auto"
"ja, es ist aus Deutschland"
"ja, mein Steuer ist auf der falschen Seite"
"ja, wir sind Bradford Fans"
"ja...................hieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelllllllfffffeeeeeeeeeeeee!"

(ich muss nicht erwähnen das Ric auf dem Weg zum Auto beinahe abgeschlachtet worden wäre, da sein Trikot aus seinem Pullover lugte...ja, die Stimmung war super. Nebenbei, während des Spiels wurde ein halber Block der Bradford Fans von der Polizei abgeführt, ich denke auch deshalb war die Stimmung auf beiden Seiten der Fanlager recht aufgebraust)
Zurück gings dann schnell in den Pub um Rugby und Fussball zu schauen, dazu ein-zwei Pints.
Eigentlich ein wunderbarer Tag!

City till I die
I'm City till I Die
I Know I Am, Sure I am
I'm City Till I Die

StadionHuddersfield

Wie die gewitzten Menschen unter Euch bereits in den letzten Sätzen entdecken konnten (das wiederum dürften ja nur wenige sein) habe ich auf den Luxus einer schnellen Flugreise verzichtet, um mich auf den gewagten Trip in den Linksverkehr einzulassen. Kurze Überlegungen den Eurotunnel und somit den weiten Weg zu wählen, wurden recht schnell...auch auf Grund der zugesagten Unterstützung meiner Erziehungsberechtigten, verworfen. Unsere Reise führte also erst einmal nach Rotterdam. Nach gefühlten 23 min an den Ausläufern des überschaubaren Hafens in dieser wundervollen niederländischen Stadt angekommen, mussten wir noch weitere 23 min unsere Fähre suchen. Selbst für altperuanische Töpfereien und getrocknetes Ochsenblut aus Somalia (in Kanistern oder wahlweise Kartons) gibt es wohl für jedes weitere Produkt auf dieser Welt ein eigenes Dock in Rotterdam, überschaubar ist sicherlich anders. Schlau wie ich bin gings eigentlich nur einem PKW aus Andernach hinterher, die Chancen waren gut, dass der Besitzer eher auf die Fähre nach Hull wollte, anstatt sein altperuanisches Töpfereigeschäft in der Nähe von Bonn neu zu bestücken. Kurz vor der Einfahrt zur Fähre hat er es sich allerdings wohl anders überlegt, blieb jedenfalls vor der Einfahrt stehen und ward nie mehr gesehen, vielleicht hatte er kurz vorher den angekündigten Orkan wahrgenommen und entschied sich gegen eine endlose Kotzerei seiner Blagen auf hoher See.
Ankunft....warten. Na toll. entgegen der Internetauschreibung waren wir dann wohl doch zu früh dran. Nach 30 Minuten gings dann los. Von freundlich wirkenden Mitarbeitern der P&O Ferries wurde uns der Weg auf unseren Abstellplatz gezeigt. Gerade noch mühsam den Ho Chi Minh Pfad mit Hacke und Händen ausgebuddelt, schon Wegeinweiser bei einer großen europäischen Schifffahrtsgesellschaft (man beachte die drei f). Unser Auto steht, schnell Rechner und das SixPack Veltins eingepackt und ab in die Kabine, leider vergaßen wir in unserer Bierlaune unseren de gehintechnische Aufzeichnung der Stellplatznummer. Dazu später.
Kabine...ganz ok...aber keinen Strom, also kein Multimedia-Entertainment (die Steckdose haben wir dann kurz vor der Abreise entdeckt.) Also dann ab ans Bier und anschliessend in die Schiffsbar, schliesslich waren noch 3 Stunden bis zur Abfahrt zu überbrücken. Nachdem unser erstes Bier für 4,50 €/Glas den Tisch erreichte, fragten wir den Kellner (übrigens einer der vietnam-einweiser (die scheinen wohl mehrere Jobs auf einmal zu haben) nach dem Tagesangebot. Obwohl er uns eigentlich nicht kennen konnte riet er uns von dem Getränk ab, nicht genug Alkohol drin, AHA.
Nach mehreren Flüssigschnittchen stand nun dann doch noch eine Entdeckungsreise durch das mittlerweile fahrende/schwankende Schiffchen an. Unser Weg fürhte uns schnurstracks in die Duty Free Zone und dort zu einem nicht widerstehbaren Angebot. 2 Paletten Fosters für einen unschlagbaren Preis (nun muss ich wenigstens hier keine ueberteuerte Ware erstehen) waren unser...dachten wir. Uns wurde freundlich mitgeteilt, dass wir das leckere Naß erst am nächsten Tag (ab nullsechshundert) abholen könnten, ist wohl vorsichtshalber so geregelt, damit unseren englischen Freunde sich nicht während der Fahrt ein weiteres mal vollkommen wegballern und dann lemmingmässig über die Reling fallen. Argh, noch früher aufstehen!
Nun überspringe ich ein paar Stunden, Britta liegt friedlich im Bett (Koje sagt man wohl hier) und ratzt, ich bin topfit und überrede mich selber zu einem Gutenachttrunk im Viatnamese-Inn. Als einziger Gast beschäftige ich mich mit meinem Freund Rubic (Zeit:0,52 min). Ein englischen Pärchen trudelt ein, hält mich nach kurzem Plausch für einen Iren (jup. sie waren ziemlich voll) und laden mich an ihren Tisch ein. (Sie kamen von einem 1 Tages Trip aus Amsterdam. Die Friseuse und der Pubbedienstete betonen andauernd nur ein wenig Gras zu sich genommen zu haben, ich denke nicht Tim.) Es folgen Gespäche über Studium, seine Bar, ihre Friseusen Karriere und natürlich die Fußball WM. Sehr witzig. Zum Abschied gönne ich mir noch ein Pint, er einen doppelten Southern Comfort ..um besser zu schlafen.
Der Orkan schaukelt mich sanft wie der Fuß meiner Eltern an der damaligen Kindeswiege in einen gesunden Schlaf...für kurze Zeit, der Wecker klingelt, Bier holen. Selbst die Engländer schauen mich bewundernd an, so dahertrabend durchs Schiff mit zwei Paletten Leckereien.
Ab zum Auto...doch wo steht das Ding? Wie ich berets andeutete, haben wir uns bei Reiseantritt nicht ueber unseren Standplatz versichert. Allerdings sind wir ja recht begabt und haben das TöffTöff schnellstens ausgemacht, im Gegensatz zu so manchen Insulanern, die noch sicherlich einige Tage im Stauraum verbracht haben.

Achja, ch muß ja noch von meinen Ferien berichten...es war toll.

Wir kommen also im gelobten Land an und werden wieder einmal nicht enttäuscht. Es windet, es regnet und nach 2 Kilometer der erste brennende LKW mitten auf einer 2spurigen Autobahn. Hallo England.

Liverpool (einige Zeit später)
Ich mach immer den Witz (zu mir selbst) auf dem Weg zum Auto...."ma sehen obs noch da is!"
Ach wie wundervoll ist es wenn ein Auto im Stadtzentrum abeschleppt wird und dann einfachheitshalber (geschätzte) 732 Kilometer weit (und über den Fluß) zu Bewahrungsstelle gebracht wird, schön, schön. U-Bahn, Taxi, keiner da. Was für ein Wunder. Pausenzeit von 12.00-13.00. Unsere Ankunft ca. 13.20! Aber heute morgen war ja soviel los, das sie die Pause verschieben mussten. Ist klar. Wir dackeln zum Getränke-Caravan am Anfang des Industriegebietes. Es gibt Coke + heisses Wasser (mit eintauchen eines Teebeutels für 2,7 sec). Lecker. Wieder zurück fangen netterweise Bauarbeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite an... und auch hier wird man von den Engländern nicht enttäuscht, ein Schauspiel der Extraklasse. Es Rücken 6 Mann an um ein Tor zu einem Feld auf zu machen, anschliessend ein Riesenkran der auf das vermatschte Gelände fährt und erstmal fulminant stecken bleibt. Hätte der Kran da noch eine Streicholzschachtel mit einem beinhaltenden Flohzirkus hochgehoben wäre er sicherlich bis zum Mittelpunkt der Erde versackt. Sehr clever. Also versuchen die Jungs das Ding 5 min aus dem Schlamm zu manövrieren, das gelingt erstaunlicherweise. Nun fällt einem ein, dass man den Container (Container!!!nicht Streichholzschachtel) ja auch von der Strasse eben über den Zaun heben kann, jaja, jeder Baustellenleiter in Deutschland hätte mittlerweile seinen knatschgelben Helm gefuttert. Der Container kam übrigens auf einem Lorry angedackelt der dazu gedacht ist kleine Kräne zu transportieren, man kennt die Dinger ja, mit einer Auffahtr und einer Vertiefung in der Mitte, das wiederum heisst das der Riesen-Container die Gnaze Zeit schief auf dem Ding steht. hier hätte wohl jeder Polizist seine Dienstmütze vertilgt und den Unternehmer in den Knast gesteckt.Klappt aber alles. Container steht. Wie die Leute allerdings die Baumaschinen hinter dem Container jemals wieder bewegen wollen ist mir ein Rätsel. Sie sind nun eingeschlossen von einem dicken Zaun, 2 Erdhügeln und dem bereits erwähnten Container (den man ja quer aufs Gelände stellen musste). Glücklicherweise ist ein Bagger unter den Maschinen, sie können sich also freibuddeln, das ist sicher der Tagesplanungspunkt für den nächsten Tag, schade, werde ich wohl nicht mehr erleben). Dankeswerter Weise ist aber unsere Wartezeit durch diese Geschichte wie im Flug veronnen und wir können zur Reception. ZWei Schilder fallen auf.
1. man darf nicht schimpfen oder handgreiflich werden...sonst kommen die Bullen. Nachvollziehbar. wenn ich Autos von Fußballfans abschleppe und erstma 20 km über den Fluß in einen anderen Stadtteil bringe, ist sicher der ein oder andere zahnlose Hooligan sicherlich nicht in der besten Stimmmung und versucht einem nonchalant die Fresse (zu Recht) zu polieren.
2.Auf einem Kreditkartenschild. ........................Auch nachvollziehbar...schneckentempo ist angesagt. Schnarch.
Ich bekomme mein Auto wieder, Radio weg, alles voller Scherben...und jetzt kommt der Hammer, die Spassten haben ne Doppelpackung Toffee Fees mitgehen lassen, ich glaub es hackt. Auf der Fahrerscheibe noch ne schöne Schrift der Bullen "Crime ...irgendwas". Prima

Etwas später (Dienstags)
Volkswagen hat angerufen und sich entschuldigt, "das Auto wird erst morgen fertig". Naja, wenigstens sind sie sehr höflich. Ansonsten passiert nichts erwähnenswertes. Scrubs. Essen. Scrubs.

Mittwoch
Achja, England ist doch immer wieder schön. Volkswagen hat angerufen und das Auto ist um 1600 Uhr fertig. Also ab zur Bushaltestelle. Im servicecenter erklärt man uns freundlich den 47er oder 48er Bus zu nehmen, Wir steigen in den 47er ein und der Busfahrer+ Fahrgast erklären uns verdutzt das sie überhaupt nicht dort halten wo wir gerne hinmöchten, vielen Dank, 30 min warten.Jetzt ist es 17.15 und ich sitze hier immer noch bei Volkswagen, das selbst ein deutsches Unternehmen, in Punkto Pünktlichkeit, (Worstspiel?) von den Engländern heruntergewirtschaftet werden kann ist mir ein absolutes Rätsel, aber Unzuverlässigkeit ist hier ein absolutes Muss! Good safe the Queen und ihre Untertanen. immer spannend hier.
BTW: Die Ganze Sause hat mich 245 Pfund gekostet! Ohne Bierkosten...auf den Schreck musste ich einen tinken.

Und da fallen mir schon die nächsten Geschichten ein. Einige Wochen später soll in meiner Straße gebaut werden, ok, ist ja kein Problem. Ich versichere mich also Tags zuvor ob mein Auto korrekt geparkt ist. Am nächsten Morgen dann der Anruf von unseren Freunden aus München..."setz mal lieber dein Auto weg". Ahjaaa- ich renn also um mein leben und sehe das die englischen Jungs gerade um mein Auto herum den Asphalt wegshreddern...natürlich nicht ohne alles auf mein Auto zu streuen. (Bild unten). Vielen Dank dafür.

Ein paar Tage Später...und da sind wir wieder nach dem Fußball Spiel...parke ich mein Auto auf die gute deutsche Weise und bin doch recht verdutzt das mich ein Tag später einige Leute darauf ansprechen wie scheisse meine Butze in der Gegend rumsteht. Wie jeder weiß fahre ich ja nicht mehr angetüddelt und bin somit noch mehr verwirrt, meine Erinnerung ist klar. Ich schaue also nach und mein Auto steht halb auf dem Bürgersteig....und das noch 30 m entfernt von da wo ich geparkt habe!!!
HAllo?
Es bleiben nur 2 Möglichkeiten, entweder haben die lieben Bauarbeiter das Ding versetzt um irgendetwas zu machen...oder aber ein komplettes RugbyTeam hat sich am universitätseigenen Sport und Spieltag gedacht es wäre doch lustich mal das deutsche Auto zu versetzen...ich werde aus den Leuten hier einfach nicht schlau. Lustig ist anders.

Auto

Mein Akku verabschiedet sich gleich und meine Lust auch...also bis dahinne mal ihr Leuts.

Der Ausländer

(alles etwas unvollständig, Fragen bitte an mich oder Euren bevorzugten Pharmakonzern)

20. März 2007

jaja

Hallo liebe Freunde der gediegenen Kammermusik!
Wie auch in der letzten Woche sitze ich in der Uni-eigenen Kneipe und versuche ein wenig Revue passieren zu lassen was in der letzten Woche so passiert ist … und das ist nicht viel … das muss ich zugeben.
Vor genau sieben Tagen haben dann nach der ganzen Blog-schreiberei meine Münchner Freunde ihr Zelt in diesem Etablissement aufgeschlagen und das bedeutet meißt eine Runde Bier extra. Bis auf die Mädels, die dann zur späten Stunde ihre Geigen ausgepackt haben und ein klägliches, kleines Ständchen zum Besten gegeben haben, wars ein ruhiger Abend an dem nichts ging. Eine andere Interpretation wäre, dass ich mich an den Rest nicht mehr erinnern kann, sucht Euch was aus.
Der nächste Morgen (und das war recht früh, es stand ein wenig Filmen auf dem Programm) brachte dann aber doch amüsante News. Eine hier nicht namentlich genannte Person meinte nach dem Rückweg noch ein leckeres, kleines Linsensüppchen kochen zu müssen. (meine Wenigkeit hat es bravourös gelöst!) Da ein solches Gericht ja mindestens 2 Minuten Aufwärmzeit beansprucht, dachte sich diese Person noch ganz kurz sein Haupt aufs Kissen legen zu können, um anschließend ein festliches Mahl schlabbern zu können. Clever. Leider schlief er etwas länger, das Essen brannte an, der Feuermelder ertönte, der ganze Komplex wurde evakuiert und die Feuerwehr rückte an. Natürlich verschlief die Schnapsnase diese komplette Angelegenheit und wurde dann von 3 freundlichen FireFightern aufgeweckt, die Ihn erst einmal standesgemäß ausgelacht haben. Hiermit dürfte er im Studentenwohnheim so bekannt sein wie der berühmte schwarz-weiße Hund und wohl auch genauso beliebt … angesichts der Uhrzeit (03.00) und der hier zZ herrschenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. (Da steht man als Student schon mal gerne im Schlafanzug draußen rum).
wardley_house
Bild von dem „kleinen“ Studentenwohnheim!

Diese Geschichte in Erinnerung an: Pizzateig mit ganzer Salami, Salami auf Pommes in Friteuse und Toast (eingepackt) auf Toaster und Macher auf der Suche nach Zusatzmaterial eingepennt im Gemüsefach (Kühlschrank).
Der Filmtag verläuft dagegen unspektakulär. Nichts geht, keiner hat eine Ahnung („was drehen wir heute?“ – „keine Ahnung, frag den Produzenten“ – er: „ja, weiß ich auch nicht“).
Danach geht’s dann mit „Mutti“ – Julia einkaufen. Sie kocht einen hervorragenden Schweinsbraten und fast alle sind zufrieden. Ich fands lecker.
Donnerstag:
Gruppenmeeting mit unserem Tutor (oder auch nicht). Ich bewege mein Popöchen morgens in eine Avid Suite und fange an Material zu capture(n). Leider rückt der Avid keine bewegten Bilder und ich fange an zu schwitzen, wieder ein Tag an dem Ali uns den Kopf abreißt.
Tauche also um 11.00 bei Tutor auf, keiner da. Er sagt, ich wäre zur falschen Zeit da. Komme also später wieder, keiner da. Ich traue mich nicht mehr rein. 2 h später der Anruf eines leicht erregten Tutors. Genauer gesagt 2 (Hass-) Gespräche. Verständlich. Kurze Erklärung, wir haben JEDEN Donnerstag ein Treffen, diesmal sind nicht alle SMS von ihm angekommen und keine fühlte sich genötigt, bei ihm an zu fragen wann das Treffen ist. Lieber mal ausschlafen, so ist das hier … naja, ich war da … und bekomme den Anschiss meines Lebens weil ich um 1400 (!!!) der Einzige bin der erreichbar ist. Super.

Abends dann ins CourtYard. Wie ihr Trantüten zu 100% verpasst habt … es ist Cricket WM. Also Ball- und Trinksport der aller-ersten-Klasse.
Der Abend endet in einer englischen Diskussionsrunde über Literatur und Kunst (Fuck you – Warhol).
Am Samstag ist St. Patricks Day und wir gehen natürlich in die einzigen 2 Schuppen auf unserem Planeten wo davon nix zu spüren is. Aber wir müssen Fußball, Cricket und Rugby schauen (Beginn 12.00). Der Rest des Tages verläuft erwartungsgemäß und ich freue mich am Sonntag endlich mal ausschlafen zu können. Pustekuchen, wie mein Großonkel immer gesagt hat.
Ich bekomme einen Anruf von den Münchner, dass in der Straße, wo mein Auto steht, mal wieder unangekündigte Bauarbeiten sind. Ich rase los. Auto weg. Damnit!
Ich gehe also zu dem erstbesten, gelangweilten Bauarbeiter … „yep, ist gone.“ – „thanks!“. „Eigentlich wollten wir hier teeren, haben uns dann aber anders entschieden … Auto is aber schon weg“ – „äh, wie jetzt?!“ – „jaja, keine Sorge, steht in einer anderen Straße, da kann ich dich schnell hinfahren.
In der Zeit wird mir dann bewusst, dass mein walisischer Freund mindestens noch genauso angeschäkert ist wie ich … er quatscht mich voll … und schon sehe ich mein Postgefährt. Quer auf ner Straße stehend, wiederum „Vielen Dank“. Ich steige ein und sehe im Rückspiegel, dass ich mich nicht beschweren kann, das (auch abgeschleppte) Auto aus Litauen ist nahezu vollkommen zerstört, die ganze Vorderfront eingerissen und (nach genauer Betrachtung) … irgendwie stehen die Reifen bei dem Ding komisch. Ich denke mal, dass die Jungs bei ihren „vorsichtigen“ Abschleppversuchen die Achse gebrochen haben. Die Osteuropäer werden sich sicherlich freuen … ahja. Komm wir fahren wieder nach Hause … die Fähre wartet ja … ups … unser Auto ist weg … ach, da isses ja … Glück gehabt … ups … Achse gebrochen?!
Das reichte dann für mich eigentlich schon den restlichen Sonntag im Bett zu bleiben, netterweise mit Begleitung.
Montag dann noch Dreharbeiten mit der Steadicam und das wars auch schon. Leider nicht so viel passiert … wie ich angekündigt habe. Gehabt Euch wohl und nen Gruß. Bis bald.

Juni 2007 · Nachtrag

Das Resultat

Tja, ihr Zwetschgenpflücker – zugegeben: Irgendwann sind meine Einträge leider eingeschlafen. Zwischen Abgaben, Lectures und dem ein oder anderen Pint blieb einfach keine Zeit mehr zum Schreiben.

Aber es hat sich gelohnt. Das hier ist das Resultat:

Abschlussfeier an der University of Bradford, Juni 2007

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